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«No Weapon Formed Against Me Shall Prosper», Video-Musik-Performance von Manuela Hartel.

Kunsthaus Zofingen | Bodenlos III | Manuela Hartel + Susanne Lemberg

Tanz, Musik, Kunst und Fotografie geben sich einem rauschenden Fest hin und erforschen die Grenze wischen Innen und Aussen

Auch in der dritten Ausstellung der Reihe «Bodenlos» dreht sich alles um Kunst und Tanz. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Thema Kampf, wobei es nicht um das Ringen mit einem physischen Gegenüber geht, sondern um die kämpferische Auseinandersetzung mit dem eigenen ICH.

Frei schwebende Bahnen, oszillierende Schatten und Energien
Die Aargauer Künstlerin Susanne Lemberg (*1962) entwickelte für Bodenlos III die installative Arbeit «Ringen». So wie die Haut als Grenze zwischen Innen und Aussen funktioniert, als Begrenzung oder Schutz, wird sie in diesen Arbeiten als Werkzeug genutzt, als unmittelbarer Abdruck auf unterschiedlichen, meist transparenten Materialien. Die frei schwebenden Bahnen oszillieren aufgrund ihrer Farbgebung und Staffelung zwischen schwer und leicht. Energie und Bewegung bleiben im Saal als Schatten, als Hauch einer Erinnerung im Raum zurück. Susanne Lemberg zeigt mit «Konstellationen» ausserdem eine Weiterentwicklung ihrer Arbeit «Melilla», bei der Menschen über eine Mauer in die Freiheit gelangen wollen. Nun setzt sie sich mit dem Sinnbild der inneren und äusseren Mauern in einem Kampf um das Gleichgewicht auseinander, mit menschlichen Figuren in unterschiedlichsten Situationen. Ob sie kämpfen oder tanzen, schweben oder fallen, ist oft nur schwer zu entziffern: Es kommt auf den Blickwinkel, die Assoziationen und inneren Bilder der Betrach-ter*innen an, darauf, wie die Arbeiten gelesen werden.

Ausloten der Abwehr- und Schutzmechanismen
Auch die Medienkünstlerin Manuela Hartel (*1971) setzt sich in ihrer Video-Installation & Video-Musik-Performance «No Weapon Formed Against Me Shall Prosper» mit der Thematik des Selbst und der inneren Auseinandersetzung mit dem Selbst auseinander (siehe unser Video): Im Erdgeschoss des Kunsthauses Zofingen (ehemaliges Schützenhaus) stehen fünf Satellitenschüsseln, auf die Formen projiziert werden, die an Zielscheiben erinnern. Durch die präparierte Glasfront können die Projektionen auch von Aussen wahrgenommen werden. Aussen- und Innenraum kommunizieren miteinander. Ein Abtasten des Empfangs- und Sendebereichs, sowie ein Ausloten der Abwehr- und Schutzmechanismen. Ein Kampf um die Suche nach dem inneren Gleichgewicht. Der intime Innenraum erweitert sich durch die Projektion nach Aussen. Ebenso nimmt die Arbeit direkten Bezug auf das Gebäude und die architektonische Bedeutung des Alten Schützenhauses, wo vor langer Zeit noch geschossen wurde. Einmalig wird Manuela Hartel an der Vernissage von «Bodenlos III» ihre Installation mit performativer Bewegung zeigen: Das Videobild – auf Satellitenschüsseln und Performerin projiziert – verdichtet das Setting zu einem vielschichtigen Gesamtkunstwerk mit organisch erzeugten, elektronisch bearbeiteten Klängen, die Manuela Hartel gesanglich live interpretiert.

Sonderausstellung Schweizer Tanzpreise | Publikation «Bodenlos I-III
Im Kabinett des Kunsthauses Zofingen ist ausserdem eine Sonderausstellung zu den Schweizer Tanzpreisen des Bundesamtes für Kultur (BAK) mit Videos zu den Preisträger*innen der Ausgaben 2013, 2015 und 2017 zu sehen. 3D-Fotografien des Künstlerduos «Antonello&Montesi» (Preisträger 2017) zeigen eine eigene Art von kämpferisch-plastischem Ausdruck. Diese Bilder werden ergänzt durch Fotografien von Gregory Batardon, der die Körper des Künstlerduos auf witzige Art zerlegt hat. Zur Ausstellungsreihe «Bodenlos I-III» erscheint eine Publikation mit Bildern und Texten von Claudia Rosiny, Yvonne Volkart und Claudia Waldner.

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