Ausstellungen
Carl August Liner im Atelier, um 1907

Kunsthalle Ziegelhütte | Carl August Liner – Erfinder & Politiker

Bekannt wurde er für seine «Heimatkunst», doch eigentlich war Carl August Liner ein echter Tausendsassa.

Geboren wurde Carl August Liner am 8. Juni 1871 in St. Gallen und er verstarb am 20. März 1946 in seiner Wahlheimat Appenzell. Aus Anlass des 150-jährigen Geburtstags und des 75-jährigen Todestags richtet die Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell in der Kunsthalle Ziegelhütte eine ungewöhnliche Ausstellung ein, die den Fokus auf den «Künstler als Erfinder» legt.

Liners Patente
Der wohl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutendste Genre- und Landschaftsmaler des Appenzellerlandes war neben der Haupttätigkeit als Maler und Zeichner auch als Landwirt, Kulturpolitiker und eben Erfinder tätig. Die Ausstellung stellt die Patente vor, die Liner ab 1901 anmeldete. Ebenso werden einige seiner kulturpolitischen Schriften sichtbar gemacht, die er vornehmlich ab 1913 – dem Jahr, in dem er die Ostschweizer Sektion der GSMBA gründete – an die Öffentlichkeit, aber auch an verschiedene Bundesräte adressierte.

Stereotyp Heimatkünstler
Damit beleuchtet die Ausstellung nicht nur eine aussergewöhnliche Facette des Gesamtwerks von Carl August Liner; darüber hinaus thematisiert sie am konkreten Beispiel die Rolle und das Selbstverständnis der Künstler*in in der modernen Gesellschaft. Die Stereotypen, die gerade in der Rezeption von Carl August Liner mit Begriffen wie «Heimatkunst», «Künstlergenie» und ähnlichem verbunden sind, werden zur Diskussion gestellt. Die Exponate – Dokumente, Fotografien, Bilder – stammen aus dem umfangreichen Archiv der Heinrich Gebert Kulturstiftung. Ergänzt wird die Ausstellung – soweit realisierbar – durch künstlerische und handwerkliche Modelle der in den Patentschriften Liners beschriebenen Objekte.

Textgrundlage: Kunsthalle Ziegelhütte

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