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Kunst Museum Winterthur | Gerhard Richter | 100 Selbstbildnisse

Gerhard Richter kennt man von seinen grossformatigen, farbigen Werken. Derzeit sind aber feine und intime Selbstbildnisse in Winterthur zu bestaunen.

Gerhard Richter (*1932) ist einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart und seit vielen Jahren eng mit dem Kunst Museum Winterthur verbunden. So widmete ihm Direktor Dieter Schwarz mehrere Ausstellungen. Zuletzt 2014 die Werkschau «Streifen und Glas». Im letzten Sommer war er mit abstrakten Gemälden in der thematischen Ausstellung «Frozen Gesture» vertreten.

Sein Selbst
Das Selbstbildnis des Künstlers ist eine aussergewöhnliche Porträtgattung, insofern der Autor oder die Autorin – häufig schaffend – sich selbst darstellt. Seit der Renaissance zeugen diese Gemälde von einem neu gewonnenen Selbstbewusstsein des Menschen. Sie repräsentieren die Inszenierung eines erwünschten Selbst, dienen der permanenten Selbstbefragung oder lassen die Vergänglichkeit des Menschen anklingen, die im Selbstporträt aufgehoben scheint. Auch Gerhard Richter (*1932) hat sich verschiedentlich selbst porträtiert, u. a. 1996 in zwei kleinformatigen Gemälden. Dennoch bildet Richters Selbstporträt – im Gegensatz zu seinen zahlreichen Porträts – einen bislang kaum beachteten Aspekt seines reichen malerischen Werks.

Aussergewöhnliche Zeichnungen
1993 erschien im Frankfurter Insel Verlag die erste Ausgabe der Schriften und Interviews Gerhard Richters. Diese wurde von einer Vorzugsausgabe in einer Auflage von einhundert Exemplaren begleitet, wobei je eine Originalzeichnung ins Buch eingebunden war. Zusätzlich entstanden 94 Bleistiftzeichnungen, die als Konvolut zusammenblieben und sich heute in Privatbesitz befinden. Das Kunst Museum Winterthur zeigt in Kooperation mit dem Gerhard Richter Archiv in Dresden diese aussergewöhnliche Zeichnungsserie erstmals.

Während Richters Antlitz sich in den Gemälden von 1996 gleichsam hinter einem Farbschleier verbirgt, umspielt der Zeichnungsstrich den Künstler in beinahe unendlichen Variationen. Dabei löst sich die Profilansicht zusehends in der Bewegung des Zeichenstifts auf, wird die asketische formale Recherche zum freien Tanz der Linien.

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