Anlässlich des 100. Todestages von Félix Vallotton (1865–1925) widmet ihm das Kunst Museum Winterthur eine umfassende Präsentation. An zwei Standorten – in den Museen Reinhart am Stadtgarten und Villa Flora – werden über 100 Arbeiten gezeigt, darunter zahlreiche Hauptwerke wie das ikonische «La blanche et la noire».
Jubiläumsausstellung zu Félix Vallotton
- Publiziert am 1. April 2025
Die Ausstellung mit dem Titel «Illusions perdues» stellt Werke aus allen Schaffensphasen des Lausanner Künstlers aus.
Zur Eröffnung der Ausstellung publiziert das Kunst Museum Winterthur ein literarisches Kunstbuch. Neben zahlreichen Abbildungen von Werken Vallottons beinhaltet es Textbeiträge von Florian Illies, Peter Stamm, Simone Lappert, Zsuzsanna Gahse und Hedy Hahnloser.
Verlorene Illusionen
2025 jährt sich der Todestag des Lausanner Künstlers Félix Vallotton zum hundertsten Mal. Die Winterthurer Jubiläumsausstellung bietet einen gültigen Überblick zu Vallottons Kunst mit Werken aus allen Schaffensphasen, Gattungen und Techniken. Neben Malerei und Holzschnitt werden auch Skulpturen und Zeichnungen zu sehen sein. Inhaltlich orientiert sich die Ausstellung an den «Verlorenen Illusionen» und bezieht sich auf Honoré Balzacs gleichnamigen Roman. Damit eröffnen sich neue Sichtweisen auf die Kunst Vallottons, die dazu anregen, den nüchternen Blick des Künstlers auf die Welt zu hinterfragen.
Illusion und Realismus
Wie Balzacs «Illusions perdues» ist auch Vallottons Kunst ein präzis beobachtetes, kritisches Abbild der Gesellschaft. Dies manifestierte sich zunächst in seinen Holzschnitten und zeigte sich später auch in seiner Malerei. Vallottons Stillleben, Landschaften, Porträts und Akte erscheinen in einer unverkennbaren Klarheit, einem altmeisterlich anmutenden Realismus. Gefasst im Kontrast von Schwarz-Weiss, gebettet auf Farbe und eingebunden in Malerei tritt indes zugleich die Modernität von Vallottons Kunst zutage – eine Modernität, die jedweden Schein des Wirklichen und vermeintlich Wahren in Frage stellt. War es im 19. Jahrhundert noch durchwegs das Ziel, mit Kunst ein Abbild der Welt zu vermitteln, so ging dieser Anspruch mit Vallotton definitiv verloren. Zwar stand er in und zu dieser Tradition – er führte sie fort und er trug sie weiter. Doch seine Bildfindungen, seine Kompositionen und sein Farbauftrag durchdringen das Illusionistische, die gewollte und gesuchte Täuschung.
Werke der Sammlung
Das Kunst Museum Winterthur beherbergt eine der umfangreichsten Vallotton-Sammlungen weltweit: über 200 Arbeiten wie Gemälde, Zeichnungen, Holzschnitte und Skulpturen, darunter so bedeutende Werke wie «La blanche et la noire» (1913) oder «Coucher de soleil, ciel orange» (1910), mit dem die Reihe der berühmten Sonnenuntergänge des Künstlers einsetzte. Den grossen Bestand an Vallotton-Werken verdankt das Museum Hedy und Arthur Hahnloser. Sie gehörten zu den ersten in der Schweiz, die Vallotton sammelten. Zwischen Hedy Hahnloser und Vallotton entwickelte sich über die Jahre eine enge Freundschaft, die weit über das Sammeln von Kunst hinausging. Sie standen in regem Austausch, besuchten sich gegenseitig, schrieben sich Briefe und nach seinem Tod verarbeitete Hedy den grossen Verlust ihres Freundes in einem Buch – der ersten Monografie über Vallottons Kunst.
(Textgrundlage: Kunst Museum Winterthur)