Seit über 40 Jahren entfaltet der Genfer Zeichner Helge Reumann (*1966) ein Universum mit einer starken grafischen Sprache, bissigem Humor und einer rigorosen Ästhetik, angesiedelt zwischen Comic und zeitgenössischer Kunst. Die raumgreifende Installation «Chöd» gibt einen Einblick in diese Arbeit, die sich den klassischen Comic-Strukturen entzieht.
Helge Reumann: Comics als raumgreifende Erzählung
- Publiziert am 13. Februar 2026
Auf dem Fumetto entfaltet der Comiczeichner eine rosarote, dystopische Welt voller visueller Überraschungen.
Helge Reumann (*1966, Zürich) studierte an der École des Arts Décoratifs in Genf und schloss 1990 ab. Ab 1996 gründete er mehrere Studios, darunter Elvis Studio mit Xavier Robel. Bekannt für Comics wie Camions und Poursuite, schafft er ein eigenes Universum zwischen Comic und zeitgenössischer Kunst. Seine Arbeiten umfassen Zeichnungen, Wandbilder und Kollaborationen mit jungen Künstler:innen und Zeichner:innen.
Weiterentwicklung zur Raumerfahrung
Ursprünglich kommt der Genfer Zeichner Helge Reumann aus dem Comic, seine Arbeit entwickelte sich jedoch zu einer experimentellen Auseinandersetzung mit dem Medium selbst, sowie mit der Zeichnung im weitesten Sinne. Die Ausstellung «Chöd» beschränkt sich nicht auf die Präsentation von Comic-Seiten, sondern zeigt die Durchlässigkeit zwischen zeitgenössischer und der Neunten Kunst. Sie präsentiert Arbeiten auf Papier – veröffentlicht in der gleichnamigen Publikation (Atrabile, 2026) – und Banner, Landkarten und Skulpturen, die speziell für das Rote Haus in Luzern geschaffen wurden. Wie die Erzählungen in Helge Reumanns Publikationen kommt auch «Chöd» ohne Worte aus, bleibt jedoch faszinierend wirkungsvoll. Sie startet mit einer in gleichen Teilen vertrauten und abstossenden rosa Landschaft, und verdichtet sich zu einem ebenso reichhaltigen wie verwirrenden Szenario, das die Kraft eines Strichs hervorhebt, der im Raum Bestand hat, ausserhalb von Rahmen und Panels.
Kuratiert von Karine Tissot
(Textgrundlage: Fumetto)
