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arttv Beitrag aus dem Jahr 2014 über eine Ausstellung in der Kunsthalle Wil.

Galerie da Mihi | Frantiček Klossner

Eudaimonie und Ataraxis. Das Streben nach Glückseligkeit und die dabei erfahrene Unerschütterlichkeit.

Frantiček Klossner nutzt für seine konzeptuellen Werke die Vielfalt der künstlerischen Techniken und Medien, die die Gegenwart bietet. In der aktuellen Ausstellung kommen klassische Kohlezeichnungen, Video und Fotografie, Sandstrahltechnik auf Metall und Glas sowie auch digitale 2-D und 3-D Druckverfahren zum Einsatz. Bekannt wurde Klossner durch aufwendige Performances und Installationen, bei denen sein eigener Körper bzw. seine Person als Künstler kontextualisiert wurden.

Neues und Bekanntes
Für die aktuelle Ausstellung hat Frantiček Klossner eine Werkauswahl vorgenommen, die neben neusten Werken auch bekannte Arbeiten der letzten Jahre zu neuer Anschauung bringt. Damit ist in der Galerie da Mihi eine spannende multimediale Werkschau entstanden, die das facettenreiche Schaffen des spartenübergreifend tätigen Künstlers in fünf thematisch gegliederten Räumen präsentiert.

Streben nach Glückseligkeit
Mit dem Ausstellungstitel Eudaimonie und Ataraxis verweist Klossner auf eine philosophische Grund- und Idealkonstellation für künstlerische Arbeit: Das Streben nach Glückseligkeit und die dabei erfahrene Unerschütterlichkeit. Beide gehören für Klossner zusammen und sind Teil seiner Arbeit. Dass er sich hier auf griechische Begriffe bezieht, liegt möglicherweise an dem für die europäische Identität der Kunst und für Klossners Auffassung von Lebensweisheit maßgeblichen Einfluss der altgriechischen Sprache und Philosophie der Epikuräer. Für den Menschen und Künstler Klossner bieten also die modi «Seelenruhe» und «Unerschütterlichkeit» eine philosophisch konzeptuelle Orientierung seines Kunstschaffens.

In Bewegung
Deutlich sichtbar wird die Thematik in seinen neusten Werkgruppen. Den Kohlezeichnungen und Grafiken sind transluzide Textebenen vorgelagert. Um die ins Glas gravierten Handschriften des Künstlers entziffern zu können, muss man sich bewegen – die Augen fokussieren dabei mit unterschiedlicher Schärfe die vorne und hinten liegenden Bildebenen. Der Künstler weckt damit unsere Neugier und verführt sein Publikum zu einem stetig sich erneuernden Perspektiven- und Standpunktwechsel, zu einer Entdeckungsreise durch ein Werk, das von reicher Lebens- und Kunsterfahrung geprägt ist.

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