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Edizioni Periferia | Irma Ineichen - Irène Wydler

Eine 50-jährige Künstlerinnenfreundschaft als Hintergrund einer gemeinsamen Ausstellung. Und zwei Kunstbücher.

Edizioni Periferia stellt erstmals zwei Künstlerinnen gemeinsam aus: Irma Ineichen und Irène Wydler. Zwei Frauen, die ein gänzlich unabhängiges Werk geschaffen haben. Zeitgleich zur Ausstellung ist das Buch «Notate» über Irène Wydler erschienen. Es vereint ihre Tuschzeichnungen mit erstmals publizierten Fotografien. Diesen Herbst wird die Edizioni Periferia auch das Leben und Lebenswerk von Irma Ineichen in einer Publikation würdigen.

Kunst und Freundschaft

Angefangen hat die Freundschaft der zwei Luzerner Künstlerinnen vor über 50 Jahren. Irène Wydler wollte nach Paris und wusste, dass die Luzerner Malerin Irma Ineichen längere Zeit dort verbracht hatte. Aus dieser Kontaktnahme entstand eine Künstlerinnenfreundschaft, basierend auf einer guten zwischenmenschlichen Beziehung und einer steten Diskussion und Auseinandersetzung um Themen der Kunst und Malerei. Bemerkenswert ist, dass die zwei Künstlerinnen ein voneinander gänzlich unabhängiges Werk haben, das sehr verschieden ist und kaum offensichtliche Berührungspunkte hat. Gianni Paravicini hat die gemeinsame Ausstellung in seiner Galerie Edizioni Periferia initiiert, angeregt durch das langjährige Freundschaftsband der beiden Luzerner Kunstschaffenden.

Farbe und leere Räume

Die in Wolhusen aufgewachsene Künstlerin Irma Ineichen war von 1951 bis 1955 in Paris im Atelier von Adolf Herbst. Ihre Künstlerkarriere wurde 1973 mit dem Anerkennungspreis und 1989 mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern gewürdigt. Ab 1984 führte sie verschiedene öffentliche Aufträge aus. Einzelausstellungen hatte sie unter anderem 2003 im Tal Museum Engelberg und 2011 im Kunstmuseum Olten. In den 1950er-Jahren entstanden tonig gemalte Interieurs, Stillleben und wenige Landschaften. Darin schildert die Künstlerin ihre nächste Umgebung in einer realistischen, dem Gegenstand verpflichteten Bildsprache. Sie gehört in den 1970er-Jahren zu den wichtigsten Vertreterinnen der von Jean-Christophe Ammann propagierten «Innerschweizer Innerlichkeit». Zunehmend öffnen sich in den späteren Jahren die Innenräume, sie erhalten Durch- und Ausblicke. Innen und Aussen, Ferne und Nähe werden spannungsvoll miteinander konfrontiert. In den neueren Bildern erscheinen die Motive zunehmend stilisiert, Farbauftrag und Zeichnung gleichzeitig präzisiert. Der Farbe kommt vermehrt Bedeutung zu. Die Schilderungen entrücken aus der Gegenwart in einen zeitlosen Raum. (Basierend auf Text von Doris Fässler, 1998, aktualisiert 2016)

Strich und Bewegung

Irène Wydler, 1943 in Luzern geboren, besuchte 1965 bis 1970 die Schule für Gestaltung in Luzern. 1973 bis 1976 lebte sie in Paris und studierte an der Universität Vincennes. Irène Wydler ist als freie Künstlerin in Luzern tätig und tritt seit den frühen Siebzigerjahren regelmässig in Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Die wichtigsten Arbeitsgebiete sind die Zeichnung sowie die Druckgrafik (Radierung, Lithografie, Holzschnitt). Sie war beteiligt beim Aufbau der Gestaltungsschule Farbmühle in Luzern und arbeitete dort als Lehrerin. Irène Wydler wurde 1999 für ihr Gesamtwerk mit dem Kunstpreis der Stadt Luzern ausgezeichnet.

Notate – Fotografie und Tuschemalerei

In diesem Künstlerbuch stehen den Tuschemalereien Irène Wydlers ihre Fotografien gegenüber, ein Werkzyklus der letzten Jahre mit schwarz-weissen Bilderzählungen von Landschaften, Wasser mit Schiffen und Bergen auf verletzlichem Chinapapier. Das Buch verbindet Zeiten und Orte aus ihrem Leben. Die Künstlerin konfrontiert die assoziativen Erzählungen in Pinsel und Tusche mit den fotografischen Bildern von Phänomenen, die sie fasziniert haben. Ein schwarz-weisser Dialog, der von Doppeldeutigkeiten und dem Aufblitzen des Fremden im Vertrauten lebt.

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