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Anna Göldi Museum | Flucht aus Tibet

Wunderschöne Bilder beleuchten in der Ausstellung stellvertretend für die immer grössere Migrationsproblematik eindringlich Flüchtlingsschicksale.

Die Ausstellung will einerseits auf die prekäre Situation aufmerksam machen, welche das tibetische Volk aufgrund der massiven Unterdrückung durch die totalitäre chinesische Staatsmacht in ihrem Land erleiden muss. Auf der anderen Seite beleuchtet sie das Leben der Geflüchteten und wie sie mit dem Verlust ihrer ursprünglichen Heimat wie auch mit der Situation im Schweizer Exil umgehen.

Flucht aus Tibet – zwei Fotografen, ein Projekt
Der 1974 geborene Journalist Sasi Subramaniam flüchtete im Jahr 2008 aus Sri Lanka in die Schweiz. Heute arbeitet er als Fotograf im Glarnerland. Für die Ausstellung Flucht aus Tibet fotografierte er über mehrere Jahre tibetische Flüchtlinge, von denen die meisten seit den frühen Sechzigerjahren im Glarnerland im Exil leben. Entstanden sind dabei feinfühlige Erzählungen von Vertriebenen, die sich fern ihrer Heimat zwischen den Kulturen eine neue Existenz aufgebaut haben. Grossformatige Porträts, die – wie einstens die bedruckten Stoffbahnen – im historischen Gebälk des Lufthängeturms hängen und eine Serie von Reportagebildern aus dem Alltag der Tibeter-Gemeinschaft geben Einblick in eine der vielen Migrationsgruppen der Schweiz.

Dramatische Flucht
Als bisher einzigem Fotograf ist es Manuel Bauer in den 1990er Jahren gelungen, eine Flucht über den 5716 Meter hohen Nangpa Pass umfassend zu dokumentieren. In seiner 30-minütigen Tonbildschau zeigt er die äusserst gefährliche Flucht eines sechsjährigen Mädchens, das zusammen mit seinem Vater über den Himalaya aus dem durch China besetzten Tibet nach Indien flüchtete, wo der Dalai Lama im Exil lebt. Die 20 Tage dauernde Flucht führt dramatisch die bis heute unveränderten, politischen Verhältnisse in Tibet vor Augen und zeigt, welche Entbehrungen Tibeter auf sich nehmen, um aus ihrer besetzten Heimat zu fliehen. Die Reportage Flucht aus Tibet berührt und zeigt stellvertretend für die immer grössere Migrationsproblematik eindringlich ein Flüchtlingsschicksal.

Rahmenprogramm und Vermittlung
Einbezogen in die Ausstellung ist die Tibeter-Gemeinschaft des Glarnerlandes. Im Rahmen von Veranstaltungen und Diskussionen thematisiert sie die anhaltend prekäre Lage in Tibet als Auslöser für Flucht und Protestaktionen wie zum Beispiel die Selbstverbrennung. Zusammen mit der Vermittlung des Anna Göldi Museums veranstalten die Glarner Tibeter Workshops für Schulklassen zum Kennenlernen und Gestalten der als Lungta bezeichneten tibetischen Gebetsfahnen. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich an der Herstellung einer grossen Lungta-Installation im Anna Göldi Museum zu beteiligen.

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