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Kino | Der Fürsorger

Wer lässt sich nicht gern geheim mit Geld versorgen? Der Fürsorger (Roeland Wiesnekker) baut auf der Dummheit und Gier der Leute ein erfundenes Anlageunternehmen auf.

Synopsis: Seiner Tochter schreibt Hans-Peter Stalder (Roeland Wiesnekker) schliesslich die wahre Geschichte: er heiratete ihre Mutter aus Protest und kam durch seine Arbeit als Fürsorger der Gemeinde auf eine rentable Idee: er liess die Leute mit dem Versprechen auf eine sehr hohe Rendite (50%) ihr Geld anlegen bei dem frei erfundenen Dr. Moser, ein hohes Tier der Chemiekonzernbranche. Ausser Haus vergnügte er sich mit mehreren Frauen, wanderte zwischendrin in den Knast und entkam erneut. Die Spirale der Lüden dreht sich weiter, sogar als er sein Herz an die mutige frau Orsina Rocci (Katharina Wackernagel) verliert. Stars: Roeland Wiesnekker («Strähl» 2004, «Marmorea» 2006) ist ein bekanntes Gesicht der Schweizer Filmszene und macht seinem Namen alle Ehre. Ebenso überzeugend besetzt sind die Rollen der Orsina (Katharina Wackernagel, Gerda (Johanna Bantzer) und Giorgo (Leonardo Nigro). Regie & Crew: Lutz Konermann ist vor allem durch TV-Produktionen bekannt («Prager Botschaft» 2007, «Piff Paff Puff» 2004)). Mit diesem Film bringt er nach längerer Pause einen Spielfilm in die Kinos, basierend auf dem Buch «Der Fürsorger» von Philipp Probst über die wahre Geschichte des Millionenbetrügers Hans-Peter Streit.

art-tv-Wertung: «Der Fürsorger» erinnert an Rolf Lyssis «Die Schweizermacher». Irgendwie fühlt man sich ganz heimisch! Noch dazu handelt es sich um eine wahre Begebenheit! Mit viel Witz und Charme thematisiert der Film die Gier und den Neid des kleinen und mittleren Mannes. Roland Wiesnekker bietet eine eindrückliche Performance: er kreiert wahrhaft eine Figur, einen Typus eines gewitzten Schwindlers, wie es sie wohl zu allen Zeiten gibt. Dieser Fürsorger parodiert so wunderbar das Schweizerisch Bürgerliche. Die Thematik ist zudem brandaktuell – Schwindler können nur dann absahnen, wenn Menschen an ihren Humbug glauben und ihnen Vertrauen und ihr ganzes Kapital schenken! Der Film ist nicht nur sehr amüsant und kritisch, er zeigt auch Gefühlstiefe; denn das Leben im Lügennetz ist schliesslich die Hölle für Hans-Peter. Fazit: Diese wahre Geschichte über den Millionenbetrüger Hans-Peter Streit wird mit viel Witz und Biss gefühlsvoll erzählt.

Isabel Rohr

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