Das Fantoche setzt auch in diesem Jahr seinen engagierten, vielfältigen und überraschenden Kurs fort. Unter Festivaldirektorin Ivana Kvesić hat sich das Festival weiterentwickelt und bleibt gleichzeitig seiner Mission treu, ein wichtiger Treffpunkt der internationalen Animationsszene für Filmschaffende und Publikum zu sein. Inhaltlich widmet sich das Fokusprogramm «Calling Planet Earth» einer der drängendsten Fragen unserer Zeit: der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Nach einem Rekordsommer stellt sich umso mehr die Frage, was wir eigentlich retten wollen: die Natur – oder doch vor allem unseren eigenen Wohlstand? Das von Maja Gehrig kuratierte Animationsfilmprogramm eröffnet vielfältige und überraschende Perspektiven aus der Welt der Animation.
«Calling Planet Earth»: Was wollen wir retten?
- Publiziert am 28. August 2026
Das Badener Animationsfilmfestival widmet sein Fokusprogramm «Calling Planet Earth» dem Verhältnis von Mensch und Natur.
Kunst und Klimawandel
Unser Planet trägt schwer an den Spuren, die der Mensch hinterlässt. Die klimatischen Veränderungen haben weitreichende Folgen, und die Frage, wer eigentlich gerettet werden muss – die Natur oder die Menschheit –, verschliesst sich auch der Animationskunst nicht. Zwei Kurzfilmprogramme und zwei Langfilme, kuratiert von der Animatorin Maja Gehrig, beleuchten das fragile Zusammenspiel von Mensch und Natur. In einem Podiumsgespräch wird der Frage nachgegangen, wie Natur in der Kunst – insbesondere im Animationsfilm – dargestellt werden kann und soll.
Fokusland Ägypten
Die Brüder Frenkel schufen mit «Mish Mish Effendi» einen der ersten Cartoon-Helden im arabischen Raum und brachten 1936 in Kairo den ersten Trickfilm Afrikas ins Kino. Damit gilt Ägypten als Pionierland des afrikanischen Animationsfilms. 90 Jahre später taucht Fantoche in die ägyptische Animationswelt ein. In einer Retrospektive zeigt das Fantoche Werke von Ihab Shaker, dem ersten afrikanischen Mitglied der Animationsvereinigung ASIFA und einem Wegbereiter des Autor:innenfilms. Zugleich richtet sich der Blick auf die Pioniere und die junge, aufstrebende Generation ägyptischer Animationsschaffender. Abgerundet wird der Fokus durch einen Talk zur ägyptischen Animationsszene. Das Programm wird von Youhana Nassif, Festivaldirektor von Animatex in Cairo, und Seham Shaheen, Archive Supervisor der Cimatheque in Cairo, kuratiert.
Wettbewerbe bleiben zentral
Das Herz des Festivals bilden neun Wettbewerbsprogramme in den Kategorien International, Schweiz und Kinder. Aus insgesamt 3173 Einreichungen hat das Fantoche-Selektionsteam 101 animierte Kurzfilme ausgewählt, 77 davon kämpfen um Preise. Im Internationalen Wettbewerb konkurrieren 39 Filme, darunter NONNA LUCIA des bekannten Tessiner Animationskünstlers Marcel Barelli. Im Schweizer Wettbewerb sind 19 Filme vertreten. Die Gewinner:innen des Awards «Best Film» können sich in diesem Jahr wieder für die Academy Awards® und die BAFTA-Awards qualifizieren. Fantoche ist seit Oktober 2024 sowohl ein BAFTA- als auch ein Oscar®-qualifying Festival. Neu ist Fantoche auch Teil der ASIFA Hollywood und damit ein Annie Awards Qualifying Festival. Die drei «Panorama»-Programme zeigen 24 aktuelle künstlerische Animationsfilme, die das Selektionsteam bewegt haben und ausserhalb der Wettbewerbe gezeigt werden.