Ein Film über Stimme, Brüche und Überleben. Iain Forsyth und Jane Pollard folgen der Sängerin nicht chronologisch, sondern fragmentarisch – so wie ihr Leben selbst verlief. Vom frühen Ruhm als engelsgleiche Stimme der Swinging Sixties über Jahre der Sucht, Obdachlosigkeit und des Verschwindens bis hin zur späten Wiederkehr als eine der eindringlichsten Stimmen der Popgeschichte. Entscheidend ist dabei nicht das Spektakel des Absturzes, sondern der Mensch Faithfull als Gesamtkunstwerk.
BROKEN ENGLISH
- Publiziert am 2. Januar 2026
Das Leben von Marianne Faithfull als radikale Selbstbehauptung zwischen Pop, Poesie und Absturz.
_ Rezension, Trailer und mehr Bildmaterial folgen auf den Filmstart_
Pop, Poesie und Selbstermächtigung
Jane Pollard und Iain Forsyth interessieren sich weniger für Gossip als für Haltung. Faithfull erscheint als Künstlerin, die sich immer wieder gegen Projektionen wehrte – gegen die männlich dominierte Popindustrie ebenso wie gegen das Bild der ewigen Muse. Archivmaterial, Musik und intime Momente verschränken sich zu einem Porträt, das zeigt, wie eng bei Faithfull Kunst und Überleben verbunden waren. Ihre späteren Alben, roh und literarisch, werden im Film als bewusste Gegenentwürfe zur glatten Popästhetik gelesen: nicht gefallen wollen, sondern sagen.
Kein Denkmal, sondern ein Echo
BROKEN ENGLISH ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Film über Würde im Bruch. Er zeigt, wie aus Verletzlichkeit eine künstlerische Stärke werden kann – und wie eine Frau ihre eigene Geschichte zurückerobert. Marianne Faithfull bleibt darin bis zuletzt unbequem, klar und unerhört präsent. Ein Film, der nachhallt, weil er nicht erklärt, sondern zuhört. Ein Film über eine Sängerin mit einer einzigartigen Stimme, gezeichnet von Leben, Krankheit und Erfahrung. Broken English wird so zum Schlüsselbegriff – musikalisch wie existenziell.