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Theater St.Gallen | scenes for nothing

Das Tanzstück 'scenes for nothing' von Marcel Leemann in der umgebauten Lokremise St.Gallen fasziniert mit ausdrucksstarken Bildern und Tänzerpersönlichkeiten, die der Leere keinen Raum lassen.

scenes for nothing, Szenen für das Vergebliche und Nichtige, Szenen und Momente, die auf das Unsagbare hinweisen und Szenen, die sich mit Leerstellen, mit noch nicht geschriebenen Geschichten beschäftigen, mit der Unheimlichkeit und den Verlockungen des Nichts.

Zur Musik des Komponisten und Sounddesigners Silas Bieri ist ein sehr physisches und eindringliches Tanzstück entstanden, das in starken Bildern von der Auseinandersetzung mit der existenziellen Frage nach dem Sinn von Handlungen, Begebenheiten und Ereignissen erzählt, die im Leeren verlaufen, im Rückblick keinen Sinn ergeben oder keine Folgen zeitigen. Bei näherer Betrachtung besteht der Alltag praktisch nur aus solchen Szenen, die nicht auf ein festgelegtes Ziel oder ein genau definiertes Ende ausgerichtet sind. Nichtsdestotrotz sind in ihnen sämtliche Bausteine enthalten, die ein Leben bestimmen.

Eindrücklich ist im neuen Tanzstück von Marcel Leemann, wie er dem Nichtigen und Vergeblichen, das in vielen Anstrengungen, Mühen und Arbeiten des Menschen steckt, die Erfahrung eines kontinuierlichen Wachsens, Veränderns und Verwandelns entgegensetzt. Wer an Szenen verzweifelt, die ins Nichts zu führen scheinen, kann immer die unaufhaltsame, in die Zukunft führende Bewegung denken. Der Bewegungsstrom erschafft immer wieder neue Gestalten und eine veränderte Umgebung. In diesem Sinne führen die scenes for nothing nicht ins Nichts, sondern darüber hinaus.

Es ist Marco Santi ein wichtiges Anliegen, hiesigen Tanzschaffenden eine Plattform zu bieten. Mit Marcel Leemann ist es zudem gelungen, einen der Protagonisten des zeitgenössischen Tanzes in der Schweiz für ein Stück am Theater St.Gallen zu gewinnen. Seine scenes for nothing bilden den Auftakt zu einer ganzen Reihe spannender Aufführungen, die in Zukunft im Tanzsaal der Lokremise zu erleben sein werden.

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