Player laden ...

Theater St.Gallen l Wir im Finale

Rechtzeitig zur EM-Einstimmung zeigt das Theater St.Gallen "Wir im Finale" von Marc Becker. Ein Fanchor zur Fussballeuropameisterschaft. Ungewöhnlich, reizvoll und sarkastisch.

Ein Fussballstadion: Das Endspiel eines grossen Turniers – und die ganze Nation fiebert mit. Der Gegner scheint übermächtig, die Chancen stehen schlecht, die eigene Mannschaft ist so unterschätzt und eingerostet wie das ganze Land, denn: “Wenn wir nicht so lange alles schön geredet hätten, wären wir früher in der Realität angekommen.” Doch ein Spiel dauert bekanntlich neunzig Minuten …

Es geht um Fußball. Also um alles: Wir im Finale ist kein Stück mit verteilten Rollen, sondern ein vielstimmiger Schlachtruf, der in Echtzeit der Dramaturgie eines Fußballspiels folgt, inklusive Vorbericht und Halbzeitpause. So gibt es in diesem Theaterereignis über zwei mal fünfundvierzig Minuten Fangesänge, Expertenkommentare, Kabinenpredigten und natürlich auch eine Live-Reportage aus dem Stadion: Ein Theaterstück als Spiel ohne Ball und feste Rollen – und vor allem ein Stück, mit dem St.Gallen nun doch – wenn nicht im Stadion, dann zumindest im Theater – Spielort wird beim sportlichen Grossereignis des Jahres, der EURO 2008.

Marc Becker (geboren 1969 in Bremen) ist einer der gefragtesten deutschsprachigen Dramatiker der Gegenwart, sein Stück Wir im Finale eines der meistgespielten Stücke der letzten Jahre und ein grandioses Panoptikum rund um die Welt des Fussballs. Doch Wir im Finale beschränkt sich nicht nur auf die blosse Begeisterung für das „runde Leder“ sondern zeigt auf humorvolle und treffende Weise deutlich mehr. Das „wir“ in diesem Stück ist nicht nur das „wir“ der Fans und Spieler, es ist ein Chor aus den Stimmen des Stadions, des Stammtisches, der Medien, der Politik und der Wohnzimmer. Ein euphorischer aber auch kritischer Gesang von nationalen Befindlichkeiten und Sehnsüchten. Aus dem Einzelnen wird die Mannschaft, aus den Mannschaften die Nation – und erst das Spiel gibt dem Leben wieder einen Sinn.

weniger lesen

arttv Dossiers

Kulturnachrichten

CLICK Unser eMagazin