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Theater Basel | Lo stimolatore cardiaco

Wussten Sie, dass Giuseppe Verdi den Herzschrittmacher erfunden hat? Zugegeben nicht den heute bekannten, aber im übertragenen Sinne einen viel besseren.

Herz setzt aus
Wenn der Herzschrittmacher zum Einsatz kommt, hat das entscheidende Lebensorgan einen unzuverlässigen Zustand angenommen: der Blutfluss stockt, die Sauerstoffversorgung ist unzureichend. Der Mensch, dem das Impulsgerät in den Körper gepflanzt wird, hat das Stadium des Aufbäumens erreicht, das Gebiet der «letzten Kräfte». Sie sind es, die den Wunsch nach Lebensverlängerung nähren und jene Hirn- und Seelenregion zu neuen Grosstaten anspornen, in denen die Hoffnungen und Sehnsüchte ersonnen und verwaltet werden.

Einführung im 19. Jahrhundert
«O vecchio cor, che batti?» fragt Giuseppe Verdi in einer seiner Opernarien. Und doch kennt er die Antwort ganz genau: Das alte Herz will weiterschlagen, weil es erst ganz zum Schluss um die größten Ideen geht, die wirklichen Herzensangelegenheiten, die siebten Siegel und die verstecktesten Eingänge zum Pharaonengrab. Und da nichts wichtiger ist, als alle Kräfte für das Erleben der letzten Leidenschaften zu bündeln, beschleunigt Christoph Marthaler die Markteinführung seines stimulatore cardiaco mit dem Hinweis, dass die Packungsbeilage beizeiten nachgereicht wird.

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