Theater
Player laden ...

Theater Basel I Die Unterrichtsstunde

Die Inszenierung trägt Werner Düggelins Handschrift, seinen Sinn für die Vielschichtigkeit einer Vorlage und seine Fähigkeit, das Beste aus den Schauspielern herauszuholen.

Die Macht des Wissens
Der Professor und seine neue Studentin. Es ist die vierzigste – und wahrscheinlich auch nicht die letzte in seinem Privatunterricht. Man nimmt die verschiedensten Gegenstände durch, in allen beweist die Schülerin Naivität und Ehrgeiz gleichermassen. Geografie, Arithmetik und vor allem die Tücken der Philologie entpuppen sich als hervorragende Leidenschaften des Herrn Professors. Die Macht des Wissens verleiht Überlegenheit, kann aber auch zur Verwirrung und Ablenkung der Studentin eingesetzt werden. Die Übung macht’s und in der Übung erweist sich der Meister. Eben noch aufmüpfig, entwickelt das Mädchen ein Symptom: Zahnschmerzen, die es zusehends kleinlauter werden lassen.

Eugène Ionesco – Werner Düggelin
Ionesco macht in «Die Unterrichtsstunde» aus einer Lektion, einer Lehreinheit, ein zutiefst komisches Drama. Einmalig lässt Ionesco Sprache zur Pointe werden und Konversation zur schwerverdienten Lust. Aber mehr noch als eine Farce auf das höhere Bildungsstreben gerät das Stück zu einem bissigen Vampirstück.
Noch in seiner Pariser Zeit hatte Werner Düggelin Eugène Ionesco kennen gelernt. Nach «Opfer der Pflicht» und «Amedée oder die Pflicht» hat er nun auch Ionescos «Unterrichtsstunde» neu übersetzt. 2009 inszenierte er Ionescos erstes Theaterstück «Die kahle Sängerin» am Theater Basel. Schon damals haben Düggelins profunde Kenntnis und sein feines Gespür für den perfiden Witz und die freche Absurdität Ionescos diesen 50er-Jahre-Klassiker zu einer Neuentdeckung gemacht. Zu den absurden Klassikern zählt auch Jean Tardieu, Zeitgenosse Ionescos. Mit seiner «Sonate» gibt Düggelin der «Unterrichtsstunde» noch ein Vorspiel: einen hellsichtig unsinnigen und sehr musikalischen Einakter.

weniger lesen

arttv Dossiers

Kulturnachrichten

CLICK Unser eMagazin