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Luzerner Theater | Onkel Wanja

Wenn man selber kein wirkliches Leben hat, dann nimmt man eben die Illusion. Anton Tschechow schaut genau auf die Schwächen der Menschen, analytisch, bitterböse, aber stets mit einem Quäntchen Ironie.

Bitterböse Komödie
Komödien nannte der Arzt und Schriftsteller Anton Tschechow seine Schauspiele, und das sind sie: Abbild der Comédie humaine, hochkomische und abgrundtief traurige Bestandesaufnahmen unserer Existenz. «Was tun?», fragen sich die Tschechowschen Helden, aufgerieben zwischen der Sehnsucht nach einem grundlegenden Wandel und tiefer Resignation, im Bewusstsein einer Zeitenwende und voller Angst vor einer ungewissen Zukunft.

Geplatzte Träume
Professor Serebrjakow kehrt nach der Pensionierung auf das Landgut seiner verstorbenen Frau zurück, das von seiner Tochter Sonja und ihrem Onkel Wanja bewirtschaftet wird. Jahrelang haben die beiden unter Verzicht auf eigene Ambitionen Geld in die Stadt geschickt, um den vermeintlich berühmten Wissenschaftler zu unterstützen, nun entpuppt sich seine Karriere als bedeutungslos. Jelena, die neue, junge Frau des Professors, wirbelt das gemächliche Landleben durcheinander. Wanja verfällt ihrer Faszination, und auch der Arzt Astrow, ein Pionier der ökologischen Bewegung, gerät in ihren Bann, blind für die Liebe, die Sonja ihm entgegenbringt. Geplatzte Träume, unerwiderte Liebe – unaufhörlich verrinnt das, was sie ihr Leben nennen.

Der Regisseur
Ueli Jäggi war als Schauspieler unter anderem am Zürcher Schauspielhaus, am Theater Basel, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und an der Volksbühne in Berlin engagiert, regelmässig ist er in Film und Fernsehen zu sehen. Eine jahrelange künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Regisseur Christoph Marthaler. Am Luzerner Theater inszenierte Ueli Jäggi bereits die schweizerdeutsche Fassung von «Das Ende vom Anfang» von Sean O’Casey, «Das Versprechen» von Friedrich Dürrenmatt, «Der Gehülfe» nach dem Roman von Robert Walser und «In Amrains Welt» nach Texten von Gerhard Meier.

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