Die Kellerbühne St.Gallen zeigt in ihrer diesjährigen Eigenproduktion «Heartship» von Caren Jess. Die deutsche Autorin ist bekannt für originelle, hochmusikalische Stücktexte, die soziale Zusammenhänge aus ungewöhnlichen Blickwinkeln beleuchten. In diesem zornigen, lustigen, sensiblen und zärtlichen Theaterabend heben die beiden Schauspielerinnen Boglárka Horváth und Eva Maropoulos das Patriarchat mit Spielfreude aus den Angeln.
Frauenpower in der Kellerbühne St. Gallen
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Über das Stück
Sara Sams und Ann Kudann lernen sich beim Aerobic kennen. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Ann, gewissenhafte Augenärztin, alleinstehende Mutter, introvertiert, mit dem unbezwingbaren Drang, die eigene Haut zu beschädigen, sieht sich unverhofft mit der selbstbewusst ungebundenen und lebenslustigen Sara konfrontiert. Weil Sara nicht zulässt, dass Ann sich wieder zurückzieht, entsteht zwischen den beiden etwas, das Ann irgendwann zärtlich «Heartship» nennt. Wütend sind sie beide. Doch während Anns Wut sich gegen sie selbst richtet, entlädt Saras Wut sich jeden Monat in furios-explosiven Reden beim bunten Abend des feministischen Vereins Gynta e.V. in einer Kneipe namens – wie könnte es anders sein – «Heartship». Irgendwann ergreifen Ann Kudann und Sara Sams gemeinsam das Wort und segeln dem Patriarchat mit ihrem «Heartship» einfach davon.
(Textgrundlage: Kellerbühne St.Gallen)
