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Bregenzer Festspiele | Aida

Erstmals ist die berühmte Oper "Aida" als Spiel auf dem See zu sehen - eine grosse Herausforderung - das Bühnenbild sieht schon mal vielversprechend monumental aus.

Für Giuseppe Verdis Oper Aida entsteht am Bodensee derzeit das Bühnenbild, welches erstmals erst während des Abends, vor den Augen der Zuschauer zusammengesetzt wird. Kurz vor der endgültigen Fertigstellung der Aida-Bühne und sechs Wochen vor Probebeginn lüften die Bregenzer Festspiele das Geheimnis und laden zum Richtfest der Bühne. Erstmals darf ein Blick auf die imposante Konstruktion geworfen werden.
Die beiden riesigen Füsse, die bereits seit März auf der Seebühne stehen, sind nur eines von vielen Fragmenten einer Statue. Auffällig ihre Ähnlichkeit mit der Freiheitsstatue. Nur wenige Symbole rufen wohl solch gegensätzliche Reaktionen hervor wie die Freiheitsstatue: Für sehr viele ist sie ein Zeichen von Freiheit und Toleranz, für andere ein Symbol rücksichtsloser Tyrannei. Die Füsse der Statue haben Bezug zu Amneris. Wie Amneris bleiben sie zurück, erdgebunden und gefangen. Aida und Radames finden ihre Freiheit nur im Tod. Bühnenbildner Paul Brown wurde vom Gedicht Ozymandia von P.B. Shelly, das er als Kind gelesen hatte, zum Bühnenbild von Aida inspiriert.

Ich traf einen Wanderer aus einem alten Land,
der sprach: „Zwei mächt‘ge Beine aus Stein,
ohne Rumpf, stehn in der Wüste.
Nahebei, halb verweht, zerschlagen,
ruht das Gesicht im Sand.“

Ein Gedicht über einen Pharao, der eine riesige Statue in der Wüste bauen lässt, die dann im Lauf der Zeit von den Kräften der Natur zerstört wird. Ein passendes Bild für Aida. Dreiviertel der Rollen in Aida handeln von Sklaven. „Um diese Sehnsucht nach Freiheit zu illustrieren, sind wir auf der Seebühne zum Wasser zurückgekehrt“, erklärt Brown. Diese Statue, zerbrochen und halb untergegangen, symbolisiert den Widerspruch von Mensch und Natur.

Die Premiere der Oper Aida ist am 22. Juli auf der Seebühne in Bregenz.

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