Vier Schweizer Städte bewerben sich um den Titel «Kulturhauptstadt Schweiz 2030»: Aarau, Bellinzona, Lugano (mit Locarno und Mendrisio) sowie Thun haben ihre Dossiers fristgerecht eingereicht. Der Entscheid fällt Anfang Juni 2026 durch eine unabhängige Expertenjury. Die Siegerstadt tritt 2030 die Nachfolge von La Chaux-de-Fonds an, das 2027 als erste Kulturhauptstadt Schweiz Geschichte schreibt.
Wer wird Kulturhauptstadt der Schweiz?
- Publiziert am 15. Januar 2026
Nationale Plattform für Kultur mit Unterstützung des Bundesamtes für Kultur (BAK)
Das Projekt Kulturhauptstadt Schweiz wurde von ehemaligen Mitarbeitenden der letzten Landesausstellung, der Expo.02, ins Leben gerufen, unter der Leitung von Daniel Rossellat, ehemaliger Direktor Events Expo.02, Gründer des Paléo Festivals und Stadtpräsident von Nyon (VD). Ziel ist es, der Kultur in der Schweiz eine starke nationale Plattform zu bieten, neue gesamtschweizerische Netzwerke zu schaffen, Kultur möglichst niederschwellig einem breiten Publikum zugänglich zu machen und den Austausch über die Sprachregionen hinweg zu fördern.
Die erste Ausgabe in La Chaux-de-Fonds ist Teil der vom eidgenössischen Parlament verabschiedeten Kulturbotschaft 2025-2028 und wird vom Bundesamt für Kultur (BAK) unterstützt.

Vier Visionen für ein Kulturjahr
Die eingereichten Bewerbungen werden nun an zehn Jurymitglieder übergeben. Im März besucht eine dreiköpfige Delegation alle vier Städte, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Im Zentrum stehen Gespräche mit Kulturschaffenden, Institutionen und Behörden. Ziel ist es, die Visionen hinter den Projekten zu verstehen – und zu prüfen, wie ernsthaft Kultur als Motor für Stadtentwicklung, Teilhabe und Austausch gedacht wird.
Sechs Kriterien entscheiden
Bewertet wird nach sechs klar definierten Kriterien: Zielsetzungen, kulturelles Angebot, Teilhabe, Management, finanzielle Tragfähigkeit und Erfahrung mit Grossprojekten. Der Kriterienkatalog wurde allen Städten im Vorfeld transparent kommuniziert. In La Chaux-de-Fonds, das 2027 Kulturhauptstadt der Schweiz sein wird, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Das Kulturjahr soll die Transformation der Stadt begleiten, ihre Vielfalt stärken und ihre Sichtbarkeit in der ganzen Schweiz erhöhen. Getragen wird das Programm von lokalen Akteur:innen, ergänzt durch nationale und internationale Kooperationen aus allen Sparten – von Musik über Theater bis Film und Fotografie.
Eine Idee für die ganze Schweiz
Die Initiative Kulturhauptstadt Schweiz wurde von ehemaligen Expo.02-Mitarbeitenden rund um Daniel Rossellat gegründet. Ziel ist eine starke nationale Plattform für Kultur, neue Netzwerke über Sprachregionen hinweg und ein möglichst niederschwelliger Zugang für alle. Die erste Ausgabe ist Teil der Kulturbotschaft 2025–2028 und wird vom Bundesamt für Kultur unterstützt.
Welche Stadt 2030 den Titel trägt, entscheidet sich im Juni 2026 – und damit auch, welche Vision von Kultur die Schweiz in jenem Jahr erzählen will.