Die Wechselausstellung im Stadtmuseum Rapperswil-Jona rückt neun Schenkungen an das Stadtarchiv ins Rampenlicht und erzählt die überraschenden Geschichten dahinter: von den bekannten Rapperswiler Architekten Emanuel und Robert Walcher über Lotte Stiefel, die Schweizer Schauspielerin, mit der den Schauspieler Alexander Granach eine grosse Liebe verband und die deshalb von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, bis hin zum Harry Egger-Sextett, einer Unterhaltungs- und Tanzband, die bis in die 1970er-Jahre das Publikum begeisterte. Die persönlichen Zeugnisse eröffnen neue Perspektiven auf die Vergangenheit, hinterfragen gängige Vorstellungen und lassen Menschen aus Rapperswil-Jona, ihre Beziehungen und Schicksale lebendig werden.
TELEFONISTINNEN, ARCHITEKTEN UND FEMINISTINNEN – Geschichten aus neun Nachlässen
Was erzählen private Fotoalben, Filme, Pläne und persönliche Aufzeichnungen über die Geschichte einer Stadt?
Wertvolle Einblicke durch Schenkungen
Fotoalben, Chroniken, Notizbücher, Architekturpläne, Zeichnungen sowie Filme und Tonaufnahmen: Die neun Schenkungen an das Stadtarchiv Rapperswil-Jona eröffnen vielfältige Einblicke in vergangene Lebenswelten. Sie erzählen von persönlichen Biografien, von Vereinen und Unternehmen und von Ereignissen, die das Leben in der Stadt geprägt haben. Zu den Schenkungen gehören Dokumente von Klara Roshardt (1910–1999), die ein Leben fürs Telefon führte, den bekannten Architekten Emanuel und Robert Walcher (1850–1978), der Schauspielerin Lotte Stiefel (1898–1986), dem Amateurfilmer und Chronisten Walter Oertle (1925–2015) sowie dem Architekten Xaver Müller (1845–1915). Weitere Bestände dokumentieren die Geschichte des Harry Egger-Sextetts (1958–1976), die feministischen Anliegen rund um Frauenstreik und Frauencafé (1991–1994), die Entwicklung des Schlittschuh Clubs und des Yacht Clubs (1922 bis heute) sowie das Wirken des Nuxo-Werks (1922–2006), eines Wegbereiters vegetarischer Ernährung. Das Stadtmuseum ordnet die Schenkungen in ihren historischen Zusammenhang ein und fragt nach ihrer Herkunft und Bedeutung. Dabei wird deutlich, wie wertvoll private Zeugnisse für die Geschichtsschreibung sind: Sie ergänzen die amtlichen Archivbestände um persönliche Perspektiven und lassen ein facettenreiches Bild der Vergangenheit entstehen.