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Tal Museum Engelberg | Von Berg– und anderen Kulissen | Die Schönheit des Einfachen

Fotografien der Bergwelt und ihrer Menschen sowie ein Einblick in das Leben rund um die Engelberger Grand Hotels – zwei Ausstellungen im Tal Museum Engelberg, die eng mit der Dorfgeschichte und der Umgebung verknüpft sind.

Die Fotokamera als ständiger Begleiter
Das Tal Museum Engelberg widmet den Fotografien von Pater Karl Stadler (1921–2012) eine Sonderausstellung. Er kam 1934 in das Gymnasium der Klosterschule Engelberg und trat 1942 in den Konvent der Benediktiner ein. Nach dem Theologiestudium besuchte er die Kunstgewerbeschule in Basel und übernahm 1951 den Zeichenunterricht am Gymnasium in Engelberg. Die Fotokamera war Pater Karls ständiger Begleiter auf Reisen und Wanderungen, sie diente ihm vielfach dazu, erste Eindrücke für spätere Arbeiten festzuhalten. Es entstanden aber auch künstlerische Fotografien von hoher Ästhetik. Bei der Durchsicht dieser Arbeiten waren sich Pater Eugen Bollin und die Kuratorin des Tal Museums Engelberg – Nicole Eller Risi – schnell einig, dass es sich lohnen würde, diese noch unbekannte Seite von Pater Karls Schaffen – die Fotografien wurden bisher noch nie ausgestellt – sichtbar zu machen und zu würdigen. Pater Karl selbst sagte über seine Fotografie: «Das Zusammenspiel von Landschaft, Architektur und Mensch ist für mich das eigentlich Anziehende». Diese drei Aspekte begegnen dem Betrachter, wenn Pater Karl seine Mitbrüder im Kloster fotografierte, wenn er während seiner Wanderungen Bauernkinder auf den Alpen ablichtete oder wenn er die Studenten im Kollegium ins Blickfeld rückte: während des Zeichenunterrichts, in der Freizeit. Und manchmal blitzt dann ein wenig Schalk in den Bildern auf.

Paläste im Bergdorf
Grand Hotels gelten als Symbol der Belle Epoque und ihres Lebensgefühls und werden deshalb auch oft als Reflexionsfläche nostalgischer Verklärung genutzt. Die Blütezeit der sogenannten Hotelpaläste dauerte nur wenige Jahrzehnte, und doch geht von dem Thema eine ungebrochene Faszination aus. Knapp ein halbes Dutzend Grand Hotels wurden zwischen 1865 und dem Ersten Weltkrieg in Engelberg gebaut. Die neue Dauerausstellung «Von Berg- und anderen Kulissen» widmet sich der Luxushotellerie, dem Innen- und Aussenleben der Grand Hotels, ihrer Entwicklung und ihrem Beitrag zur Geschichte Engelbergs.

Blick hinter die Kulissen
Die Ausstellung zeigt, wie sich durch die Hotelpaläste das Dorfbild und das Leben im Dorf veränderten. Sie beleuchtet das gesellschaftliche Leben im Grand Hotel, das geprägt war von Konventionen und Ritualen der sogenannt besseren Gesellschaft. Der Blick geht auch hinter die Kulissen, auf den Alltag der vielen Angestellten, welche dafür sorgten, dass es den Gästen der grossen Häuser an nichts mangelte. Die Belle Epoque ging im Ersten Weltkrieg unter, und damit wurde auch das Ende der Grand Hotels eingeläutet, die mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen der Zwischenkriegszeit nicht mehr mithalten konnten.

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