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Sebastian Hofmann | "Schlagwort"

Mit seinem vierten Soloprogramm «Schlagwort» bringt der Zuger Sebastian Hofmann dem Publikum neue Musik mit Schlagzeug und Stimme auf beeindruckende Weise näher.

«Schlagwort» heisst das vierte Soloprogramm des Schlagzeugers Sebastian Hofmann. Wie im Titel bereits angedeutet, stehen im Vordergrund Kompositionen rund um das Thema Sprache – von vereinzelten Wortsezierungen bis hin zum klangspielerischen und dennoch forschenden Umgang mit Lauten und Silben. Aber auch musiktheatralische Aspekte sind berücksichtigt, die oft performativ aus dem Moment heraus entstehen.

Die Uraufführung «RE:SPONSE (EIN:SÄTZE) – über das infame leben der dinge» als Auftragswerk an den Zürcher Performance-Künstler und Schriftsteller M. Vänçi Stirnemann bildet gewissermassen den Ausgangspunkt des Programmkonzeptes. Infusionsbeutel tropfen in verschiedene Metallschalen und erzeugen Tropfgeräusche, durch Steuerung der Tropfgeschwindigkeit werden verschiedene Rhythmen aufgebaut.

Zwei Aspekte durchziehen fast alle Werke des Komponisten Vinko Globokar, wobei der improvisatorische Charakter seiner Arbeit eine wesentliche Rolle einnimmt: Der eine ist die Auslotung des Klanges, verbunden mit der Entwicklung neuer und vielfältiger Techniken der Klangerzeugung. Der andere ist die Arbeit am Verhältnis von Musik und Sprache. Dies kommt besonders in seinen Kompositionen «toucher» und «?corporel» eindrücklich zum Ausdruck.

Der ebenfalls in Zürich tätige Performance- und Audio-Künstler Jörg Köppl ist mit dem Stück «mess&math» programmiert. In «mess&math» führen unterschiedliche Interaktionsmuster zwischen dem Interpreten und dem Computer zu einer Klangsprache, die sich an der Grenze zwischen semantischem Verstehen und musikalischem Hören bewegt. In einem stetigen Prozess bewegt sich die Musik zwischen Textnähe und deren Abstraktionen und wird klanglich wie inhaltlich in eine eigenständige Form geführt.

Der Komponist und Posaunist Georg E. Lewis kennt keine Berührungsängste, wenn es um Hoch- oder Niederkultur geht. In seinem Stück «North Star Boogaloo» sind Lewis’ reiche Jazzerfahrung und ein starker Einfluss der HipHop-Aesthetik klar erkenn- und hörbar. Der Schlagzeuger spielt in gewisser Hinsicht ein doppeltes Spiel: einerseits als Musiker, andererseits imitiert er in «North Star Boogaloo» eine Situation, wie wir sie sonst nur aus Basketball-Veranstaltungen kennen. Eine einmalig originelle Kombination zwischen Sprache, musikalischer Performance und aberwitzigem Happening.

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