Ein humanoider Roboter, der Besucher:innen durch die Winterthurer Altstadt führt – interaktiv, dialogfähig und bestens geschult in Stadtgeschichte. Die Idee klang so schlüssig, dass wir sie zunächst für bare Münze genommen haben. Erst danach wurde klar: 1. April.
Roboter statt Guide? – und wir sind prompt darauf reingefallen
- Publiziert am 1. April 2026
Was wie ein visionäres Pilotprojekt klang, entpuppte sich als Aprilscherz – einer, der erstaunlich glaubwürdig daherkam.
Über House of Winterthur
House of Winterthur betreibt Standortmarketing für Stadt und Region Winterthur. Der Verein wird von über 400 Mitgliedern getragen. Ein Team von rund 20 Mitarbeitenden bringt die Vorzüge von Winterthur als dynamische Wirtschaftsregion, attraktive Freizeit- und Geschäftsdestination, lebendige Kulturstadt und Zentrum für praxisorientierte Bildung zur Geltung. Mehr Informationen zu House of Winterthur: www.winterthur.com
Zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit
Dass wir auf die Ankündigung hereingefallen sind, überrascht im Nachhinein kaum. Zu überzeugend fügte sich das Szenario in aktuelle Entwicklungen rund um Digitalisierung und kulturelle Vermittlung ein.
Winterthur als Ort, an dem neue Technologien erprobt werden? Absolut plausibel. Ein Pilotprojekt von House of Winterthur, das klassische Stadtführungen erweitert? Ebenso. Gerade weil sich Vermittlungsformate im Wandel befinden und neue Erlebnisformen gefragt sind, wirkte die Idee eines robotergestützten Guides weniger wie ein Scherz als vielmehr wie ein nächster logischer Schritt.
Ein Roboter als Stadtführer – warum eigentlich nicht?
Die Vorstellung bleibt reizvoll: Ein interaktiver Roboter, der nicht nur Fakten wiedergibt, sondern auf Fragen reagiert, sich an Situationen anpasst und Besucher:innen eigenständig durch die Altstadt navigiert. Als einmalige Erfahrung gedacht, als spielerisches Experiment oder ergänzendes Format, wäre ein solcher Einsatz durchaus attraktiv. Gerade im Spannungsfeld zwischen Technologie, Tourismus und Kulturvermittlung scheint der Gedanke gar nicht so abwegig – auch wenn er (noch) Zukunftsmusik bleibt und man dann bei der nächsten Führung doch lieber einen realen Menschen als Ansprechpartnerr und Gastgeber:in hätte.
Gelungener Scherz mit ernstem Kern
Der Aprilscherz funktioniert, weil er nah an der Realität gebaut ist. Er greift Entwicklungen auf, die längst im Gang sind, und überspitzt sie nur minimal. Darin gründet wohl seine Qualität: Er bringt uns dazu, kurz innezuhalten und zu überlegen, was heute noch absurd wirkt – und morgen bereits selbstverständlich sein könnte. Auf alle Fälle: Wir sind darauf reingefallen – und das aus gutem Grund. Denn die Idee einer robotergestützten Stadtführung ist weniger unrealistisch, als man zunächst denkt. Ob als Ergänzung oder einmaliges Erlebnis: Ganz von der Hand zu weisen ist das Konzept nicht. Und wer weiss – vielleicht ist der Aprilscherz von heute die Testphase von morgen.