Kulturgeschichte
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Museum Maur | Herrliberger, Landolt, Gessner

Ein Museums-Bijou aus dem 13. Jahrhundert mit einer für den Kanton Zürich einzigartigen Konzeption

Die Burg, seit 1962 Eigentum der Gemeinde Maur, zeigt in den biedermeierli­chen Räumlichkeiten die wichtigsten landes- und volkskundlichen Werke des Kupferstecher David Herrliberger (1697–1777). Weitere Attraktionen sind das Salomon-Kabinett mit Kunstwer­ken von Oberst Salomon Landolt (1741–1818), der als Landvogt von Greifensee einen legendären Ruf erlangte. Weiter können Arbeiten von Salomon Gessner (1730–1788), dem Zürcher Buchverleger, Buchgestalter und Gründer der NZZ, bestaunt werden.

David Herrliberger
In der 1976, nach einer umfassenden Renovation, eröffneten und 2002 neu gestalteten permanenten Ausstellung über David Herrliberger, ragen drei druckgra­phische Folgen besonders hervor. Es sind Ansichten von Zürcher Herrschaftszent­ren und die 1749–1751 publizierten Zürcherischen Ausrufer. Ausführliche Texte zu den Exponaten beleuchten Herrlibergers Persönlichkeit sowie das Umfeld, in dem er gewirkt hat. Die Schausammlung im Museum Burg, welche die Buchproduktion eines Bildermachers im Zeital­ter der Aufklärung sichtbar macht, ist als kulturgeschichtliches Museum im Kanton Zürich einzigartig.

Zwei mal Salomon
Im ersten Stock ist das Salomon-Kabinett zugänglich, mit permanent ausgestellten Kunstwer­ken von Oberst Salomon Landolt (1741–1818), dem Gründer des Zürcherischen Jägerkorps, der als origineller Landvogt von Greifensee 1780–1786 einen legendären Ruf erlangte. Ebenfalls zu sehen sind Werke von Salomon Gessner (1730–1788), dem Zürcher Buchverleger und Buchgestalter, Ratsherrn, Sihlherr und Gründer der NZZ, der als bahnbre­chender Idyllendichter europäische Berühmtheit genoss. Beide waren auch Maler und miteinander befreundet.

Buchdruck-Werkstatt
Seit Sep­tember 2004 wartet die Kunstkammer in der Burg mit wechselnden Ausstellungen zur Zürcher Kultur- und Geistesgeschichte auf. Im Burgkeller, der das mittelalterliche Gepräge der Burg bewahrt, ist das Epitaph des hervorragen­den Maur­mer Gerichtsherrn Johann Rudolf Kramer (1640–1705) zu besichtigen. Seit 1991 ist im unteren Burgkeller eine Kupferstecher-Werkstatt mit Instrumentarium, Beispielsammlung von An­drucken und funktionsfähiger Walzenpresse eingerichtet. Seit 2004 ist die Gilde Gutenberg mit einer zu Demonstrationszwecken eingerichte­ten Buchdruck-Werkstatt aktiv. Beide Druckverfahren werden während der Öffnungszeiten und auf Ver­einbarung anlässlich von Führungen demonstriert.

Auch Ortsmuseum
Zum Tätigkeitsbereich der Museen Maur gehören das Archiv Ortsgeschichte Maur, mit Schriftgut und Bildmaterial zur Lokalgeschichte, und das Ortsmuseum Mühle, einem 1701 errichteten Ge­bäude an der Burgstrasse 13, mit Gebrauchsgegenständen aus Handwerk und Landwirtschaft, Müllerei, Schuhmacher-Werk­statt, Möbeln und wertvollem Hausrat, Ölgemälde-Sammlung Pétua, Ofenkacheln aus der Gemeinde und Schoo­ren-Fayence. Gegenüber der Mühle steht die Sägerei von 1778 mit einem 1977/80 rekonstruierten oberschlächti­gen Wasserrad, die Sagi Maur, welche zu bestimmten Anlässen demonstriert wird.

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