Kulturpolitik
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Kulturfragen #3 | Professionalität

Wie wird professionelle zeitgenössische Kultur in der Zentralschweiz ermöglicht?

Stimmte es, dass es insbesondere im Kanton Uri viel besser funktioniert als im Kanton Schwyz? Gilt die Rechtfertigung, der Kanton Schwyz sei topografisch schwierig zusammenzufassen und die Bevölkerung würde sich kulturell an den urbanen Zentren in Zürich und Luzern ausrichten? Kulturfragen-Initiant Bruno Steiner, Barbara Zürcher vom Haus für Kunst Uri, Felix Schenker, Gründer und Chefredaktor arttv.ch sowie weitere Gäste gingen zusammen mit dem Publikum im Theater Arth dieser Frage nach.

Vorbild Kanton Uri

Auch im Kanton Uri könnte die Topografie entschuldigend herangezogen werden. Denn mitten auf der Nordsüdachse gelegen, umgeben von noch steileren Bergen und tieferen Tälern als der Kanton Schwyz ist der Ausdruck «Bergkanton» absolut zutreffend. Die zeitgenössische Kultur ist neben dem Brauchtum und der Traditionskultur jedoch viel stärker präsent als im Nachbarkanton Schwyz. Und dies, obschon in Uri auch erst seit 2021 ein Kulturfördergesetz in Kraft ist. Aber auch in den meisten der andern Zentralschweizer Kantonen scheint die Situation für die zeitgenössische Kultur optimaler zu sein. Was sind also die Gründe? Im Zusammendenken mit weiteren Gesellschaftsbereichen diskutieren die Teilnehmenden zeitgenössische Kultur als Ausdruck dafür, wie Ansichten und Haltungen innerhalb der Bevölkerung entstehen und sich ändernden Bedingungen anpassen können. Historische Zusammenhänge, wirtschaftliche Aspekte, soziale Entwicklungen und die Bereitschaft zur kulturpolitischen Auseinandersetzung sind zentrale Faktoren rund um die Situation der zeitgenössischen Kultur. Ebenso der Blick von aussen, der viel unvoreingenommener auf die Kultursituation im Kanton SZ schauen kann.

Positive Emotionen

Dank den professionell geführten zeitgenössischen Kulturinstitutionen im Kanton Uri wie das Haus für Kunst, das Theater Uri oder das Haus für Volksmusik ist eine lebendige Vermittlungstätigkeit vor Ort möglich, was wiederum weitere Kulturaktivitäten nach sich zieht und Nachhaltigkeit in der Kulturförderung ermöglicht. Sind solche starken und dynamischen «Leuchttürme» mit inspirierender Vorbildfunktion nicht auch im Kanton Schwyz möglich? Der Zuspruch zur institutionaliserten zeitgenössischen Kultur im Kanton Uri ist ein bestechendes Beispiel dafür, wie dadurch viele positive Emotionen ausgelöst werden. Es wird interessant sein im Theater Art darüber zu streiten, warum das im Kanton Schwyz, gemäss Bruno Steiner, angeblich nicht erwünscht ist.

Auftakt

„schwenken wiegen flattern“ heisst eine Intervention von Celia & Nathalie Sidler, die den Auftakt zur dritten Veranstaltung der Kulturfragen macht. In Zusammenarbeit mit Fahnenschwingern des Vereins Alphornbläser und Fahnenschwinger, Küssnacht am Rigi und mit exklusiven Auftritten der zeitgenössischen Tänzerin Sheila Runa Lindauer befragen Celia & Nathalie Sidler die Möglichkeiten von Traditionskultur. Mit dem Erleben von unterschiedlichen Ausdrucksformen möchten Celia & Nathalie Sidler in einen Dialog mit der Bevölkerung treten.

Ausblick

Das Projekt KULTURFRAGEN bringt Kulturakteur:innen mit Meinungsmacher:innen und Entscheidungsträger:innen von Wirtschaft und Politik zum Dialog und ermöglicht den Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen. Ob diese Herangehensweise Impulse für die kulturelle Weiterentwicklung im Kanton Schwyz auslösen kann?

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