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Judith Stadlin | Häschtääg zunderobsi

Gibt es Zugerdeutsch überhaupt, oder reden in Zug sowieso alle Englisch?

Die Antwort der Bühnenkünstlerin Judith Stadlin auf die Frage ist urkomisch. In ihrem Buch «Häschtääg zunderobsi» verpasst sie dem Zugerdeutschen eine Frischzellenkur und mischt fröhlich und purlimunter alte Ausdrücke mit heutigem Neudeutsch. Ihre Spoken-Word-Texte sind leichtfüssig, modern und frisch, und so, dass es nur so fäderläcklet und gypschet, dass es nur so choslet und boosget. arttv überlässt der engagierten Sprachkünstlerin nun in einem Videoporträt die ‹Bühne›.

Judith Stadlin in Zug geboren, wo sie heute wieder wohnt. Ausgebildete Bühnenfachfrau, Germanistin und Musikwissenschaftlerin (lic. phil.I), Schriftstellerin, Schauspielerin, Sprecherin, Regisseurin, Kabarettistin, Dozentin. Diverse Bücher, Theaterstücke, Hörspiele, Radiotexte und Preise. Teil des Bühnenduos Satz&Pfeffer, das in Zug eine namhafte Lesebühne betreibt. «Häschtääg zunderobsi» ist ihre erste reine Mundartpublikation und ihr Debüt beim Verlag Zytglogge.

Sprachfreude
In der Sprache ihres Heimatkantons verblüffte Judith Stadlin an Franz Hohlers Totemügerli-Jubiläum das Publikum mit ihrer Geschichte über den Wädelmond. In ihrem Buch «Häschtääg zunderobsi» führt sie ihre Arbeit fort, schaut Bekanntes mit anderen Augen an – eine originelle Sichtweise, die belebt. Mal geht es um computergesteuerte Speisekarten, emanzipierte Hündinnen oder um Vegetarierinnen im Gänsefleischland – Judith Stadlin sinniert amüsiert und mit sprachlichem Feinschliff. Ergänzt werden die Texte von über zwanzig Videos zu Zugerdeutschen Begriffen und von Perfomanceaufnahmen, die per QR-Code direkt beim Lesen abrufbar sind, wie zum Beispiel ein Beitrag zum Zugerdeutschen Ausdruck «Budelhünd».

Lesebühne Zug
Gemeinsam mit ihrem Partner Michael van Orsouw rief Judith Stadlin nach Berliner Vorbild die SATZ&PFEFFER-Lesebühne ins Leben, die sie zusammen erfolgreich führen. Die monatlichen Veranstaltungen bringen Literaten aus der Schweiz und aus Deutschland gemeinsam auf die Bühne. Ein Angebot, dass das Publikum gerne annimmt. Veranstaltungen der Lesebühne sind in aller Regel ausverkauft, es kommen bis zu 70 Literaturfreundinnen und -freunde.

Stimmen zum Buch
«Judith Stadlin ist ein sprachliches Kleinod gelungen: witzig, liebevoll, süffig zu lesen. Und während man liest – das ist das besonders Schöne daran – hört man die Zugerin gleichzeitig sprechen. So werden die Texte zu Erzählungen im doppelten Wortsinn.» – Gisela Widmer, Autorin | «Judith ist ein Sprachkünstlerin mit einem feinen Gehör und Gspüri für die bunte Welt der Dialekte. Bei jedem Wort, das ich von ihr lese, höre ich wie sie spricht. Judith schnuret nämli wie das Bueach. Zugerdütsch rules the world!» – Nik Hartmann, Moderator SRF | «Judith, you did it! Judith Stadlin ist ein Buch voller zeitgenössischer Geschichten, Gedichte und Gespräche im aktuellen Zuger Dialekt gelungen. Witziges, Hintergründiges und immer wieder Überraschendes. Judith, yoo did it very well! oder in meinem Bündner Dialekt: Uh huarra guat gmacht!» – Flurin Caviezel, Kabarettist

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