Im ersten Prosawerk der Lyrikerin Martina Caluori entfaltet sich auf dem Campingplatz ein Beziehungs- und Erinnerungsgeflecht, das nicht linear, sondern in zersplitterten Strömen erzählt wird. Martina Caluoris Werk, in dem erzählerische Passagen raffiniert mit lyrischen und mehrsprachigen Einschüben verwoben sind, durchbricht traditionelle Erzählstrukturen und spiegelt das komplexe Zusammenspiel von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Erinnerung, Migration und Identität in «Schatten der Pinus»
- Publiziert am 20. Februar 2026
Martina Caluori lebt als Lyrikerin und Autorin in der Schweiz. Nach einem Studium der Publizistik und Filmwissenschaften debütierte sie 2019 mit dem Lyrikband »Frag den Moment«, gefolgt von Mundartlyrik für «Öpadia: A Novella us Graubünda» (2021) und 2022 von ihrem Kurzprosadebüt «Weisswein zum Frühstück». 2023 erschien ihr Gedichtband mit Audiowerk «Ich weine am liebsten in Klos» (beide lectorbooks). Ihre Lyrik führte sie an Festivals und Veranstaltungen in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Rumänien und Italien. Für ihren Debütroman «Schatten der Pinus» (2026, lectorbooks) wurde sie mit dem Literarischen Werkbeitrag der Stadt Chur sowie mit dem Grossen Werkbeitrag des Kantons Graubünden ausgezeichnet.
Schatten der Pinus
Ein fast verlassener Campingplatz, zwischen Kiefern (Pinus) und Gischt, irgendwo am Meer: Die alte Dame trägt das stille Gedächtnis vergangener Generationen; Phine ringt mit dem Tod von Mutter; Bo kämpft mit dem Erbe eines repressiven Glaubens. Jochen wiederum wurde von seiner Frau und den Kindern verlassen, S. und Vira erhalten eine Stimme für die Brüche durch Kriege und Konflikte.In der Auseinandersetzung mit Themen wie Heimatlosigkeit, Mutterfiguren, Vatererbe, Migration und der Mehrsprachigkeit in Erinnerung und Sprache spiegelt «Schatten der Pinus» die globalen Umbrüche unserer Zeit. Martina Caluori gelingt ein sprachmächtiges Werk über den Widerstand der Natur, das Aufbrechen von Erinnerungen und die ständige Transformation von Identität.
(Textgrundlage: Pressetext)