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Werkbeiträge Kanton und Stadt Luzern | Freie Kunst und Fotografie

Die vier Gewinnerpositionen bestechen unter anderem durch den Umgang mit dem Raum in der Kornschütte. Mit originellen und durchdachten Platzierungen der Werke bieten sie dem denkmalgeschützten Raum die Stirn.

Werkbeiträge
Der Kanton und die Stadt Luzern fördern gemeinsam Künstlerinnen und Künstler durch Beiträge, die jährlich im Rahmen von Wettbewerben vergeben werden. Diese Werkbeiträge (mindestens 15’000 und höchstens 30’000 Franken) sollen Kulturschaffenden eine finanzielle Hilfe bieten, um ein Projekt oder ein Werk auszuarbeiten oder die künstlerische Tätigkeit weiter zu entwickeln.

JURYBERICHT
Allgemeines
In der Sparte Freie Kunst und Fotografie wurden 75 Bewerbungen eingereicht. Anhand der Dossiers hat die Jury Ende August neun Künstlerinnen und Künstler zur zweiten Wettbewerbsrunde eingeladen. Innerhalb der Präsentation von Originalwerken in der Kornschütte wählte die Jury vier Positionen, die mit je 17’500 Franken prämiert werden.
Samuli Blatter, «Prozessor»
Die grossformatigen, zu einem Stapel übereinander gehängten Grafitzeichnungen zeigen eine kraftvolle und verdichtete Komposition. Diese ist geprägt vom zweihändigen Zeichnen und zeugt von einer intensiven Überarbeitung des Papiers. Die rhythmisch geführten, dichten Strukturen auf dem Papier legen eine intensive Auseinandersetzung mit den Faktoren Material und Zeit offen. Auch der Umgang mit dem Ort überzeugt die Jury: die Bündelung der Zeichnungen an der Unterkante einer an der Kornschütte-Wand permanent gezeigten Sandsteinmadonna schafft eine Verbindung und einen räumlich materiellen Dialog zur gotischen Skulptur.
Sara Gassmann, «Frostmusterboden»
Die Installation Frostmusterboden fügt sich präzis und kraftvoll in die vorhandene Architektur ein. An den offenen Dachstuhl angelehnt, ist die monumentale Bodenplatte leicht schräg in den Raum gestellt. Aus Grund-Materialien wie Holzlatten, Pigmenten und Schellack schafft die Künstlerin eine dichte und radikale Komposition. Eine elektrisierende Farbgebung – vom oben Dunkeltonigen ins beinahe Fluoreszierende zum Boden hin – kontrastiert mit der traditionellen Farbreihung ebenso wie mit der üblichen Anwendung von Holzlatten. Das Werk zeugt von Virtuosität und einer stringenten Handhabung der vorhandenen Strukturen. Durch diesen bewussten Umgang mit Material und installativem Prozess entwickelt die Malerin ihre Reflexion über Abstraktion weiter.
Claudia Kübler, «Zeit verstreichen», «Potentielles Pech 1+2»
Als grosse Diagonale hat die Künstlerin ihre drei Werke in den Raum gesetzt und überzeugt durch diesen klar strukturierten Umgang mit der Ausstellungssituation. Der Gedanke springt so vom ersten, von der Decke hängenden Pechtropfen Potentielles Pech I zu ihrer Videoarbeit Zeit verstreichen und weiter zum erdschweren Potentielles Pech II. Die Dominanz der schwarzen Farbe überprüft sie in verschiedenen skulpturalen Variationen, z.B. in der Materialität vom Erdpech aber auch als zerstörerisches Element der Zeit. Die Werke sind so in einem Zeit- und Raumgefüge eingebettet, erlauben aber auch einzeln verschiedenartige, faszinierende Lektüren.
Giacomo Santiago Rogado, «In-Between Things»
Die Präsentation ist überraschend, spielerisch und schafft eine intensive Atmosphäre. Der Maler überzeugt mit einer eigenen Technik: durch die Langsamkeit des Verdunstungsprozesses verdichten sich die Farbpigmente auf der Leinwand zu opaken Zentren, die fein und energiereich nach allen Richtungen hinauslaufen, wie von Zentrifugalkraft bewegt. So entsteht ein Werk, das durch Kontrolle und Zufall generiert ist. Dies führt zu einer Durchbrechung der Grenzen von Malerei und schafft ein komplexes und dichtes Universum.

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