«I forgot the scent you left behind on my pillow» ist der Titel der Einzelausstellung der Schweizer Künstlerin, die im Mai in der Stadtgalerie Baliere in Frauenfeld gezeigt wurde. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Erinnerung, Herkunft und Wahrnehmung, die sich in sensiblen Bild- und Erzählräumen zwischen Realität und Imagination entfalten. arttv.ch hat Jenny Hitz Buangam durch ihre Ausstellung begleitet; dabei gibt sie Einblicke in ihren Zugang zu Identität, kulturellen Wurzeln und den persönlichen wie kollektiven Ebenen ihrer Bildwelten.
Von Drachen, Duft und Erinnerung
Jenny Hitz Buangam untersucht, wie Geruch und Herkunft unsere Wahrnehmung von Identität und Gegenwart prägen.
I forgot the scent you left behind on my pillow
Die Einzelausstellung der jungen Schweizer Künstlerin Jenny Hitz Buangam in der Stadtgalerie Baliere in Frauenfeld (CH) widmet sich der Bedeutung von Gerüchen als flüchtiges, aber intensives Sinnesphänomen, das Erinnerungen auslösen, Vergessenes hervorrufen und gleichzeitig Präsenz und Abwesenheit ineinander übergehen lassen kann. Diese Themen prägen auch ihre Malerei: farbenfrohe Bilder, die sich mit der Abwesenheit beschäftigen, in denen ausgesparte Figuren eine ephemere Präsenz andeuten.
Drachenfiguren
Ein wiederkehrendes Motiv ist der Drache – ein Mythos, der Menschen seit jeher fasziniert und sowohl in westlichen als auch östlichen Erzähltraditionen verankert ist, insbesondere auch in der thailändischen Kultur. Jenny Hitz Buangam ist eng mit ihr verbunden, insbesondere mit der Isan-Region im Nordosten Thailands, aus der ihre Familie stammt. In ihren Öl-Malereien reflektiert sie diese Wurzeln und verbindet sie mit Folklore, mythologischen Erzählungen und Aberglauben, die sich mit Einflüssen heutiger Popkultur verschränken – von Videospiel-Ästhetiken über Anime bis hin zu Internetkultur-Trends. Aus diesen Fragmenten entsteht eine Bildwelt, die zeigt, wie sich Bedeutung und Funktion alter Narrative im Zeitgeist verändern und weiterentwickeln. Heute erscheint der Drache in Tattoos, Emblemen, Filmen und Literatur als vielschichtiges Symbol zwischen Mythos und Gegenwart.
Die Kunst der Erinnerung
Familie ist ein weiterer wichtiger Bezugspunkt ihrer künstlerischen Forschung. In Video- und Installationsarbeiten beschäftigt sich die Künstlerin mit Frauenrollen in asiatischen Kulturen, mit dem Erwachsenwerden, Verlust und Heimat. Im Zentrum steht dabei auch die Erfahrung von Entwurzelung, die sich über Erinnerungen und sinnliche Eindrücke wie Duft wieder verorten lässt. Überlieferte Erzählungen und Glaubensvorstellungen fliessen dabei ebenso in ihre Arbeit ein und verweben sich mit persönlichen Erinnerungen zu einem vielschichtigen Geflecht aus Identität, Herkunft und emotionaler Erfahrung. Eine vielschichtige Ausstellung einer aufstrebenden Künstlerin.
