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Vivian Suter | Retrospektive

Die argentinisch-schweizerische Künstlerin erhält den diesjährigen Schwei­zer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim

Die, mit dem vom Bundesamt vergebene Preis ausgezeichnete Vivian Suter (*1949) ist seit November 2021 mit einer grossen Retrospektive im Kunstmuseum Luzern zu sehen. Die Künstlerin ist in Basel aufgewachsen, lebt heute aber abgeschieden in der Wildnis Guatemalas, wo sie die freie Natur zu ihrem Atelier gemacht hat. Bis zu ihrem Auftritt an der Documenta 14 im Jahre 2017 war sie der Öffentlichkeit kaum bekannt.

Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim
Das Bundesamt für Kultur verleiht seit 2001 jährlich den Prix Meret Oppenheim an herausragende Persönlichkeiten aus Kunst und Architektur. Das Preisgeld beträgt CHF 40’000. Ausgezeichnet werden Kulturschaffende, Künstlerinnen, Kuratoren, Forscherinnen sowie Kritiker, die das Schweizer Kulturschaffen in besonderer Weise vorantreiben und bekannt machen, so wie dies Meret Oppenheim getan hat. Die Preisträger*innen werden in einer Publikation vorgestellt und gewürdigt.

Ausstellung im Kunstmuseum Luzern
Die umfassende Retrospektive versammelt frühe Zeichnungen, malerische Wandreliefs der 1980er-Jahre sowie die neuesten luftigen Installationen. Der Film Vivian’s Garden von Rosalind Nashashibi vermittelt die Lebenswelt der Künstlerin. Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Monografie mit Texten von Cesar Garcia, Fanni Fetzer, Roman Kurzmeyer und Adam Szymczyk bei Hatje Cantz. Denn es zählt zu den schönsten Aufgaben eines Kunstmuseums, genau hinzusehen, kunsthistorischen Kontext zu vermitteln und die Kunstgeschichte mitzuschreiben. Damit die Rezeption der Künstlerin gerade auch in der Schweiz nachhaltig wirkt. Das Kunstmuseum Luzern hat mit der Einladung von Vivian Suter einmal mehr, ein besonders gutes Gespür für aktuell interessante künstlerische Positionen bewiesen. Gleichzeitig führt die Ausstellung das Engagement fort, wichtige Künstlerinnen in grossen Einzelausstellungen zu präsentieren, seien dies erste umfassende Werkpräsentationen der jüngeren Generation wie Laure Prouvost (2016), die im Folgejahr Frankreich an der Biennale von Venedig vertreten hat, Claudia Comte (2017) und Taryn Simon (2018) oder die Kontextualisierung und Werkaufarbeitung von, in der Kunstgeschichte marginalisierten Künstlerinnen wie Sonja Sekula (2016) oder Marion Baruch (2020).

Das Kunstmuseum Luzern hat zudem, eine grössere Gruppe an Leinwänden für die Sammlung angekauft.

Die Künstlerin
Seit ihrem Auftritt an der Documenta 14 (2017) wird Vivian Suter in den bedeutendsten Museen weltweit ausgestellt. Die Künstlerin wächst in Basel auf und studiert dort Malerei. Sie ist Teil der lokalen Kunstszene, bis sie Anfang der 1980er-Jahre auswandert. Danach wird ihr Werk bis zur Ausstellung in der Kunsthalle Basel 2014 in der Schweiz kaum mehr beachtet. Vivian Suter lebt und arbeitet heute abgeschieden in der Wildnis Guatemalas, wo sie die freie Natur zu ihrem Atelier gemacht hat. Ihre grossen Leinwände fangen das pulsierende, üppige Grün und die Landschaften der Umgebung ein. Spuren von Regen, Schlamm und Blättern sowie Pfotenabdrücke ihrer drei Hunde tragen dabei zur lebendigen Qualität der Bilder bei. In dichten Installationen präsentiert Vivian Suter diese Leinwände, meist frei von der Decke hängend. Das Publikum schreitet quasi durch ihre Malerei hindurch und erlebt so ein atmosphärisch dichtes Werk von Formen, Farbigkeit, Abstraktion, naturalistischen Anklängen und Spuren der Witterung.

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