Seit dem 9. Dezember 2025 zeigt das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum die Arbeiten der fünf Finalist:innen des Prix Art Humanité 2026 – erstmals in einer öffentlichen Ausstellung. Bis zum 28. Januar kann das Publikum vor Ort über den neuen Prix du Public abstimmen, bevor am 30. Januar 2026 der Prix Art Humanité, der Publikumspreis und erstmals auch ein Internationaler Preis verliehen werden. Letzterer geht 2026 an den libanesischen Künstler Mohamad Khamis.
Prix Art Humanité 2026
- Publiziert am 13. Januar 2026
Im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf trifft Kunst auf humanitäres Denken. Mitmachen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.
Kunst als geteilte Erfahrung
Mit der 11. Ausgabe des Prix Art Humanité wird das Publikum Teil des Entscheidungsprozesses. Die fünf nominierten Projekte sind vom 9. Dezember 2025 bis 1. März 2026 ausgestellt und verstehen sich als partizipative Formate, in denen Besucher:innen mitdenken und mitgestalten.
Der Prix Art Humanité wurde 2015 von der Genfer Rotkreuzgesellschaft, dem IKRK, der HEAD – Genève, der Stiftung AHEAD und dem Museum gegründet. Er richtet sich an Absolvent:innen der HEAD, deren Arbeit den Dialog zwischen Kunst und humanitärem Handeln sucht. Die oder der Gewinner:in erhält eine sechsmonatige Residenz im Museum (3. März bis 31. August 2026) und entwickelt dort gemeinsam mit dem Publikum ein Werk zur Leitfrage: Wie betrifft humanitäres Handeln uns alle – hier und jetzt? Die fertige Arbeit wird ab September 2026 gezeigt und in die Sammlung aufgenommen.
Neu ist der Internationale Preis, der 2026 erstmals vergeben wird. Er geht an den libanesischen Künstler Mohamad Khamis, dessen Projekt das Gebäude The Egg in Beirut als temporären Schutzraum in Krisenzeiten neu denkt.
Fünf Projekte, fünf Wege zur Beteiligung
Die Finalist:innen entwickeln ihre Arbeiten mit dem Publikum. Maxime Heta schafft mit «Cartographie des voix invisibles» ein kollektives Archiv aus Bildern, Klängen und Zeugnissen. Amina Jendly formt mit Besucher:innen Efeu zu Botschaften für inhaftierte Menschen – eine Installation über Fürsorge und Solidarität. Reema Nubani verbindet in «how to tame a wild bird» Poesie und Ornithologie und lädt zur Gestaltung eines kollektiven Nests ein. Lola Rust schreibt Märchen feministisch neu, während Marc-Arthur Sohna in «Fragments d’espoir» gemeinsam Amulette als Symbole kollektiver Hoffnung entstehen lässt. Wie kraftvoll dieses Zusammenspiel sein kann, zeigte bereits die Residenz 2025 mit Zahrasadat Hakims Arbeit «You are not alone. You are a thousand», heute Teil der Sammlung. Der Prix Art Humanité 2026 knüpft daran an – als Einladung, Kunst als gemeinsames Handeln zu verstehen.

