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Museum Langmatt | Christian Vetter

In der Reihe «Sommergäste» des Museums Langmatt in Baden setzt sich der Künstler Christian Vetter mit der Geschichte der Industriellenfamilie Brown auseinander.

Christian Vetter: Das Haus, die Familie

Die Ausstellung im Museum Langmatt zeigt Bilder und Installationen von Christian Vetter, die sich alle auf fotografische Vorlagen berufen.

Als Quellenmaterial für seine Bilder diente ihm das Fotoarchiv der Industriellenfamilie Brown. Vater Sidney Brown war mit Jenny Sulzer aus der Winterthurer Sulzer Dynastie verheiratet. Das Ehepaar hatte drei Söhne, die alle kinderlos blieben. Der letzte Bewohner war John Brown, der bis zu seinem Tod 1987 in der Villa lebte. Für Christian Vetter steht die Familie Brown exemplarisch für eine grossbürgerliche Gesellschaftsschicht, deren Niedergang sich im Verlauf des 20. Jahrunderts immer deutlicher abzeichnete und die schliesslich ganz ausstarb.

Melancholie ist eines der Grundmotive in den Arbeiten, die der Künstler nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte der Villa Langmatt und ihrer Bewohner gestaltet hat. Der 1970 geborene Vetter lotet die Räume hinter den Posen und Fassaden aus. Die in Schwarzweiss und Sepiatönen gemalten Oelbilder und Aquarelle lassen die Brüche und Abgründe erahnen, die den Untergang des grossbürgerlichen Lebensstils und das Aufkommen neuer Wertvorstellungen ankünden. Wie einsame Schatten erscheinen die Figuren in Vetters Bildern. Sein Zugang zur Langmatt sei über das Gefühl der Vergänglichkeit erfolgt, sagt der Künstler. „Die Familie ist ausgestorben, wir sehen an diesem Ort nur noch die Zeugnisse, die Überreste“.

Vetter setzt die 2006 begonnene Reihe «Sommergäste» fort, mit der Museumsdirektor Rudolf Velhagen das Haus, die Sammlung, die Geschichte der Familie verlebendigen und neue künstlerische Zugänge öffnen will.

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