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Museum für Archäologie | Thurgauer Köpfe | Archäologie ohne Vergangenheit?

Er hat die Archäologiegeschichte der Schweiz geprägt. Karl Keller-Tarnuzzer (1891–1973) war der erster Archäologe des Thurgaus.

Das Museum für Archäologie Thurgau in Frauenfeld zeigt die aussagekräftigsten Funde aus dem Thurgau von der Steinzeit bis in die Neuzeit. Schwerpunkte sind prähistorische Pfahlbaudörfer – vier davon seit 2011 auf der UNESCO-Welterbeliste – sowie römische Siedlungen. Dank der guten Erhaltungsbedingungen in wassergesättigten Schichten haben sich zahlreiche Objekte erhalten: jungsteinzeitliche Textilreste, eine römische Panflöte und römische Holzfässer sind die Highlights.

«KKT, wie Karl Keller-Tarnuzzer nach seinem Zeitungskürzel auch genannt wird, ist eine sehr spannende Persönlichkeit, welche die Archäologie im Thurgau massgebend prägte. Persönlich beeindruckt mich, wie er es schaffte, zahlreiche Jugendliche und Erwachsene nachhaltig für dieses Fach zu begeistern. Noch heute berichten mir ältere Besucherinnen und Besucher im Museum von ihren Erlebnissen mit dem charismatischen Forscher und Vermittler.»
Kurator Urs Leuzinger über die Ausstellung

Der erste Kantonsarchäologe
Karl Keller-Tarnuzzer (1891–1973) ist die Hauptfigur in der Ausstellung «Thurgauer Köpfe: Archäologe ohne Vergangenheit?». Er war der erste Kantonsarchäologe und Konservator der urgeschichtlichen Sammlung des Kantons Thurgau. Daneben war er als Versicherungsvertreter, Verbandssekretär, freischaffender Journalist und Schulinspektor tätig. Karl Keller-Tarnuzzer prägte mit seinen Ausgrabungen zwischen 1928 und 1963 in wichtigen Fundstellen wie Hüttwilen-Stutheien, Eschenz-Insel Werd, Pfyn-Breitenloo, Arbon-Bleiche 2 und Gachnang/Niederwil-Egelsee die archäologische Forschung nicht nur im Kanton, sondern in der ganzen Schweiz. Seine zusammen mit Hans Reinerth verfasste «Urgeschichte
des Thurgaus» aus dem Jahr 1925 war jahrzehntelang das Standardwerk zur Ur- und Frühgeschichte des Thurgaus.

Begnadeter Vermittler
Der Fokus der Ausstellung liegt einerseits auf seiner bis heute nur lückenhaft bekannten Biografie, andererseits werden die oben genannten Fundstellen vorgestellt. Karl Keller-Tarnuzzer grub diese fünf Fundstätten allerdings nicht alleine aus: Arbeitslose, polnische internierte Soldaten, Lehrer, interessierte Ordensleute sowie Fachleute der Universität Groningen (NL) waren weitere «Köpfe» in seinem Team. Karl Keller-Tarnuzzer war ein begnadeter Vermittler. Er führte viele Schulklassen auf Ausgrabungen, verfasste zahlreiche Zeitungsartikel und schrieb sogar einen Jugendroman.

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