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Kunstraum Kreuzlingen | Florian Germann - Die Stral 2 | Videos

Für seine erste Ausstellung in der alten Heimat verwandelt Florian Germann den Kunstraum Kreuzlingen in eine Baustelle.

Sechs Tonnen Sand hat der viel beachtete und preisgekrönte Künstler in den Ausstellungsraum kippen lassen. Auch alte, in den 90er Jahren in Kreuzlingen gedrehte Videos, sind Teil seiner Installation. Es sind Filme über Heimat und Jugend, gedreht mit damaligen Freunden als Hauptdarsteller*innen.

Die Stral 2 – Energie in all ihren sichtbaren Formen
Eine weite blosse Fläche, die von Germann mit sicheren Gesten, Gegenständen und Geräuschen in eine theatrale Bühnen verwandelt wird. Ein in sich geschlossenes Schienensystem mit Kurven und Biegungen liegt im Raum aus. 23 Filmdollyschienen, 2,80 m hoch und 54 cm breit. Neben den Schienen finden sich Maschinen und ein Golffahrzeug im Raum. Der Künstler selbst aktiviert den Prozess, in der Reaktion der Objekte aufeinander sowie durch die eigene Einwirkung setzt Germann den Kreislauf in Gang. Die Performance wird durch elektronische Musik von Sergio Araya begleitet, der bereits in der ersten Version von «Die Stral» mit Germann zusammenarbeitete und der nun eigens für den Kunstraum eine neue Tonfolge komponierte. Klang und Bewegung konzentrieren sich zu einer industriellen Soundperformance. Die Konstellation zwischen den Objekten wird aktiviert, die sich daraus ergebenden Spannungen unterliegen einem beständigen Weiterleben.

Videos über Heimat und Jugend
Im Untergrund des Tiefparterres finden sich die ersten Filmarbeiten Germanns, gedreht in den 90 Jahren, mit Freunden als Hauptdarstellern, aufgezeichnet in den Strassen und Architekturkomplexen der Stadt Kreuzlingen. Im Video «NICE» spielt sich ein Terroranschlag an einer unbekannten Strassenkreuzung ab. Architektur wird «fremdbestimmt/ entführt». Das Video «Enduro – Tests and Trainings» erzählt von körperlicher Ausdauer, Formen der Entstehung körperlicher und geistiger Energien. Diese filmischen Arbeiten machen bereits die zentrale und dabei hochkomplexe Klarheit der Dinge spürbar, wie sie im späteren Schaffen von Germann so präsent ist.

Über den Künstler
Florian Germanns Schaffen verwebt den Prozess der Materialfindung mit dessen dynamischer Transformation. Seine zurückgenommenen und klaren Skulpturen, Installationen und Konstellationen offenbaren ein dicht aufgeladenes Netz an Bedeutungen und Zuständen. Subjektive Annäherungen werden dabei mit wissenschaftlichen wie kulturgeschichtlichen Aspekten angereichert. Transluzide Imaginationen treffen auf realistische Gesetzmässigkeiten und konstruieren einen fein verzweigten Werkkomplex.

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