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Kunstmuseum St.Gallen | Birgit Werres | Let’s play it, Rolf !

Birgit Werres' gewagte Selbst-Kontextualierung in Zusammenarbeit mit Rolf Ricke

Die in Düsseldorf lebende Plastikerin realisiert für die Kunstzone der Lokremise St.Gallen raumgreifende Installationen und gibt einen Überblick über ihr innovatives plastisches Schaffen, das vom Interesse für Materialien und deren prozessuale Veränderungen geprägt ist. In enger Zusammenarbeit mit dem Sammler Rolf Ricke erweitert sie ihre Präsentation mit Objekten aus seiner wegweisenden Sammlung.

Die Transformation der Dinge

Bei Streifzügen durch die Stadt und Besuchen in Fabriken und Materialdepots analysiert Birgit Werres (*1962 Stommeln) die Transformationen von Dingen, die in unserem Alltag vorkommen und meist eine nützliche technische Funktion erfüllen, aber selten in ihren visuellen und ästhetischen Qualitäten befragt werden. Die Künstlerin entwickelt die Ausstellung «Let’s play it, Rolf!» in Zusammenarbeit mit Rolf Ricke – und erweitert dadurch ihre Präsentation um historische und zeitgenössische Werke anderer Künstler:innen aus der Sammlung Rolf Ricke.

Let’s play it, Rolf!

Die Plastiken von Birgit Werres stehen in der Ausstellung im Dialog mit Skulpturen des Post-Minimal aus der Sammlung Rolf Ricke, mit Bildern und installativen Werken von Richard Artschwager, Bill Bollinger, Ingrid Calame, Gary Kuehn, Barry Le Va, Fabian Marcaccio, Carl Ostendarp und Jeffrey Wisniewski. Die Sammlung Rolf Ricke ist der Nukleus einer über 40-jährigen, intensiven Arbeit, mehrheitlich mit US-amerikanischen Künstler:innen. Im Jahre 2006 erwarb das Kunstmuseum St.Gallen zusammen mit dem Kunstmuseum Liechtenstein und dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt diese kunsthistorisch bedeutende Sammlung.

Eine neue Form der Kunstpräsentation

Rolf Ricke gilt als einer der Pioniere der Vermittlung amerikanischer Kunst in Europa. Bereits 1965 reiste der Galerist erstmalig nach New York und war überwältigt von den neuen und bis dahin ungesehenen Impulsen. Zurück in Europa entwickelte er eine neue Form der Kunstpräsentation in einer Galerie als einem Ort, an dem der Akt der Produktion ins Zentrum rückte. Dies brachte es in den 1960er- und 1970er-Jahren mit sich, dass vielfach nicht die Kunstwerke aus Amerika über den Ozean geschifft wurden, sondern die Künstler:innen selbst. Ricke erwarb als Bekenntnis zur Arbeit einer Künstlerin und eines Künstlers als erste Geste des Kennenlernens und auch bei späteren Atelierbesuchen jeweils ein Kunstwerk für sich selbst. Daher befinden sich in der Sammlung viele Schlüsselwerke von Künstler:innen – über verschiedene Schaffensperioden hinweg.

Text: Roland Wäspe, Direktor Kunstmuseum St.Gallen

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