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Kunsthaus Zürich | Rosa Barba

Die erste Einzelausstellung der jungen italienischen Künstlerin Rosa Barba in der Schweiz überzeugt mit interessanten Filmskulpturen. Die Motoren bilden mit ihren Geräuschen und Tönen den dialogischen Partner zum Bild.

Atmosphärisch dichte Werke
Rosa Barba arbeitet mit dem Medium Film – und das in einem materiellen Sinne. Die in Agrigento (Sizilien) geborene Künstlerin schafft unter anderem Skulpturen aus 16mm-Projektoren oder verwendet Filmstreifen als Material. Immer spielen die Themen «Sprache» und «Zeit» eine bedeutende Rolle. Sprache taucht entweder als Untertitel oder als gesprochener Kommentar auf. Als zweite Schicht überlagert und moduliert sie die darunterliegenden Bilder. «Die Orchestrierung der Bilder mit Ton- und Textebene arbeitet neue Bilder heraus, die wir aber nicht sehen», so die Künstlerin. Barba zerlegt die klassische Narration des Films und schafft stattdessen atmosphärisch dichte Werke, die Analytik und Sinnlichkeit auf beeindruckende Weise verbinden.

Neue Arbeiten im Kunsthaus
Fünf Werke finden im Kabinett des Kunsthaus Zürich Platz – alle speziell für die Ausstellung geschaffen. Im Zentrum steht der 35mm-Film «Time as Perspective», der als Co-Produktion mit der Bergen Kunsthall entstanden ist. Rosa Barba hat den Film im Frühjahr in Texas gedreht. Wie der Titel andeutet, geht es in der Arbeit erneut um Fragen von Zeit und Sprache. Und es ist kein Zufall, dass die Künstlerin Texas als Drehort ausgewählt hat. Sie ist seit längerem fasziniert von Wüstenlandschaften: «Die Wüste ist eine sich permanent verändernde Bühne, die man für unterschiedliche Settings verwenden kann». Sie nähert sich der Landschaft mit einem fast archäologischen Blick und versucht, so Barba, «die hinterlassenen Zeichen als Ausgangspunkt für eine Geschichte zu nehmen».

Internationale Kooperation
Mit dieser Arbeitsweise gehört Rosa Barba zu den weltweit am meisten beachteten filmisch arbeitenden Künstlerinnen ihrer Generation: Die Tate Modern (London) widmete ihr eine Einzelausstellung, und 2009 wurde ihr Werk auch an der Biennale in Venedig gezeigt. 2010 erhielt sie den renommierten Nam June Paik Award. Das Interesse der Museen an Rosa Barbas Arbeit ist gross. Deshalb haben sich das Kunsthaus Zürich, die Bergen Kunsthall (Norwegen) und das Jeu de Paume (Paris) zusammengetan.

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