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Kunsthaus Zofingen | Baumfänger

Eine Ausstellung über das Zusammenwirken von Bäumen und Menschen, künstlerisch interpretiert.

Unsere Landschaft, die Zerstörung derselben, aber auch deren Schönheit und das Zusammenwirken von Mensch und Natur ist zentraler Bestandteil in allen Ausstellungen zum Jahresthema 2020 «Von Wurzeln zu Wolken» im Kunsthaus Zofingen. Dieses begibt sich auf eine Reise, angefangen bei den Wurzeln und den Bäumen über die Trockenheit einer Salzwüste bis zum utopischen Paradies und den Wolkenhorizonten.

Veranstaltungen
Das Kunsthaus Zofingen ergänzt die Ausstellung mit einem Rahmenprogramm, das sich vertieft der Thematik widmet. Im Rahmen von «Film&Talk» zeigt es «BLOCH». In dieser filmischen Dokumentation nimmt das Künstlerduo Com&Com die Besucher*innen mit auf die Reise seines 2011 erworbenen Appenzeller Baumstammes. «BLOCH» ist ein inter- und multidisziplinäres Reise-Projekt, das zeitgenössische Kunst und Volkskultur verknüpft. In partizipativen und performativen Kunstaktionen und -produktionen wird das herkömmliche Verständnis von Tradition und Brauchtum, Festen und Prozessionen erweitert. Seit 2011 reist der Baumstamm um die Erde. Mit BEMANTELUNG wird Beat Breitenstein fast eine Woche vor Ort im Rosengarten an einem Baum arbeiten. Dieser erhält ein skulpturales Schutzkleid, das bis zu seinem Zerfall im Skulpturenpark im Rosengarten bleiben wird. Bei «Format EXTRA» treffen ein Wurzeltanz von Karin Minger auf die Performance «Timeline» mit dem Elefanten von Victorine Müller.

Biographisches

Com&Com
1997 von Marcus Gossolt und Johannes M. Hedinger gegründet. Sie leben und arbeiten in Zürich, St.Gallen und London. Teilnahme an neun Biennalen (u. a. Venedig, Shanghai, Moskau, Singapur, Sharjah, Ural) sowie Einzelausstellungen im Kunsthaus Zürich, Kunstwerken Berlin, Knockdown Center New York; Gruppenausstellungen im ZKM Karlsruhe, 21st Century Minsheng Art Museum Shanghai, Pratt Manhattan Gallery New York, Kasseler Kunstverein, Kunstmuseum Bern, Migros Museum Zürich, Art Safiental u.a.
www.com-com.ch
Referenzprojekte: Bloch (Gesamtleitung, Kuration, Dokumentation) www.bloch.art Tektonik (Reiseaktion, Visuelle Kommunikation) www.tektonik.ch Point de Suisse (Kampagne, Forschung, Ausstellung, Publikation) www.pointdesuisse.ch Mocmoc (Kunst im öffentlichen Raum, Event, Publikation) www.com-com.ch

Marianne Engel
Die gebürtige Aargauerin studierte Biochemie und Kunstgeschichte. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Etzwil. Sie forscht an der Schnittstelle zwischen Natur und Kunst. Mittels Fotografie, Installationen und weiteren Mitteln untersucht sie immer wieder das Erdreich und seine Bewohner. Sie hat grosses Interesse die natürlichen Prozesse auszuloten. 2011 erhielt sie den Manor Kunstpreis und ist seit Jahren mit Einzelausstellungen (Aargauer Kunsthaus, Museo Cantonale d’Arte, Lugano u.a.) und Gruppenausstellungen (Migros Aare, Kunstmuseum Bern, Helvetia Art Foyer, Basel, Neues Museum Biel, Federal Art Institute, London u.a.) im In- und Ausland vertreten. Ihre Arbeiten sind in vielen öffentlichen Sammlungen platziert. (Fotomuseum Winterthur, Museo Cantonale d’Arte, Lugano, Credit Suisse, Nationalbank u.a.)
www.marengel.ch

Beat Breitenstein
Der gebürtige Sissacher Künstler hat seinen Ursprung im Modedesign. Seine Ausbildung absolvierte er in Norwegen. Bis 1993 war Breitenstein als Modedesigner tätig. In dieser Zeit war er nebenberuflich bereits künstlerisch tätig. Seit 1996 lebt und arbeitet er als freischaffender Bildhauer in Ins.
Sein bildhauerisches Werk dreht sich immer um die Eiche. Deshalb erhielt er 2010 vom schweizerischen Eichenverband die Auszeichnung proQuercus für seinen Beitrag zur Erhaltung des vielfältigen Natur- und Kulturerbes der Eiche in der Schweiz. Weitere Auszeichnungen und Werkbeiträge erhielt er unter anderen vom Kanton Basel-Landschaft, Kanton Bern, Landratsamt Bayreuth (D). Seine Werke sind im öffentlichen Raum präsent und seit 1995 beteiligt er sich in Gruppen- und Einzelausstellungen im In und Ausland, ausserdem leitete und begleitete er Bildhauersymposien in der Schweiz und in Deutschland.
www.beat-breitenstein.ch

Victorine Müller
Die Künstlerin lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin seit 1995 in Zürich. Gabriella Obrist (Kulturhistorikerin) beschreibt Victorine Müllers Wesensmerkmale des künstlerischen Schaffens als traumwandlerische Überschreiten von Grenzen, das Eintauchen in andere Gedankenwelten, das Erkunden potenzieller Realitäten, Leichtigkeit und Durchlässigkeit sowie atmosphärische Irrealität. Mit ihrem Werk erlangte sie national und international Ansehen. Sie erhielt 2015/16/17 und 18 je ein Atelierstipendium im Kunstdepot Göschenen, sowie 2010 ein Stipendium des Kantons Solothurn und 2006 ein Atelierstipendium der Stadt Zürich für das Cité Internationale des Arts Paris. 2005 bekam sie den Auszeichnungspreis des Kantons Solothurn. Immer wieder bespielt sie auch ungewöhnliche Orte und bevorzugt die Verbindung mit dem Aussenraum. Einzelausstellungen (u.a. Kunstraum Kathedrale, Olten, Kunsthalle Wil, Laboratorio Kunsthalle Lugano) / Performances (u.a. Hangang Art Park, Seoul, Korea DaSein, Kunstzeughaus Rapperswil, Kunstmuseum Olten, Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen, Kunstmuseum Winterthur, South African National Gallery, Kapstadt)
www.victorinemueller.com

Unentbehrlich
Mit der Ausstellung Baumfänger ermöglichst das Kunsthaus Zofingen einen Blick auf das Zusammenleben mit den Bäumen, auf Überliefertes, die mystischen Baumwesen und das geheimnisvolle Geflecht der Wurzeln. Bäume haben eine zentrale Bedeutung für unsere Kultur. Ob als Symbol für Weisheit und Langlebigkeit oder als Stammhalter sind sie Lebenselixier und Zeitmaschine für unser Gedächtnis. Fest verwurzelt und zugleich den Wolken entgegenwachsend, bilden Bäume die Grundlage unserer Vegetation und sind für unsere Atmung unentbehrlich.

Vier künstlerische Positionen laden auf unterschiedliche Art und Weise mittels Bildhauerei, Zeichnung, Fotografie, ortsspezifischen Installationen und Performances ein, den Baum zu erleben. Vom Erdreich bis zum goldenen Blattwerk wird Verborgenes sichtbar. Die Auseinandersetzung mit Eichenbäumen, vom Stamm im Aussenraum bis zum goldenen Blattwerk im Saal, sind zentrales Thema in den unterschiedlichen Arbeiten des Bildhauers Beat Breitenstein. Der Künstler gibt dem 178-jährigen, aus gesundheitlichen Gründen gefällten Eichenstamm eine neue Bedeutungsform. Anstatt dass dieser industriell genutzt und verarbeitet wird, erhält er eine neue Bedeutungsebene in Form einer Kunstskulptur mit dem Titel «Das Leben geht weiter». Das Werk «Der Fall» verliert im Laufe der Ausstellung seine 2000 goldenen Eichenblätter, denn diese können, direkt ab Bild, einzeln erworben werden. Aus dem Erlös der verkauften Blätter wird an der Finissage auf dem Heiternplatz in Zofingen eine Eiche gepflanzt.

Mit den Traditionen und der Entwurzelung setzt sich das Künstlerduo Com&Com (Johannes Hedinger, Marcus Gossolt) auseinander. Sie geben einen Einblick auf die Weltreise ihres Appenzeller Baumstammes «BLOCH» und setzen in einer zweiten Arbeit das sonst unsichtbare Wurzelwerk im Tanzsaal des Kunsthauses Zofingen ins Raumzentrum. In beiden Werken werden die Bäume ihrer ursprünglichen Funktion enthoben und fungieren als Kunstobjekte, um Menschen zu verwurzeln und miteinander zu verbinden. «BLOCH» ging aus dem Kunstkontext hinaus in die Welt; die Wurzel der neuen Installation im Kunsthaus Zofingen kommt aus dem Wald hinein in den Ausstellungsraum. An Stelle des Kronleuchters wächst sie von oben nach unten in den glamourösen Saal. Die Fragilität und Feinheiten der kleinen Ausläufer der Wurzel werden sichtbar. Sie suchen in der Luft nach Nahrung und Bodenhaftung.

Den Wurzeln widmet sich unter anderem auch die Aargauer Künstlerin Marianne Engel. Ihre schweben aber nicht luftleer und frei im Raum, sondern sie entführt uns mit einer Installation in die Tiefen und in die phantastischen Unterwelten des Wurzelwerkes. Die Künstlerin eröffnet uns einen Blick auf ein morbides und zeitgleich poetisches und lebendiges Erdreich rund um den Untergrund eines Baumes. Die Installation führt in einen begehbaren dunklen Raum, wo man an den dunklen Wänden florale und insektenhafte Zeichnungen und Skizzen entdecken und den Geruch des Waldbodens wahrnehmen kann. In einem Moosbeet sind fluoreszierendes Wurzelwerk und märchenhaftes Geäst zu erkennen sowie fast nicht sichtbare Lichteffekte.

Der Krone, dem Geäst im Wind sowie der Bewegung und dem Klang der Bäume widmet sich Victorine Müller in einer weiteren komplexen Rauminstallation auf poetische Art und Weise mittels Video, Ton und Luftobjekt. Der Wind, die Trockenheit und die karge Landschaft treten in ein Wechselspiel. Der Dialog mit dem Blattgrün und den winterlichen Jahreszeiten zwischen Wüstenlandschaft und Bergwald zeigen den Kreislauf der Zeit sowie das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur auf. In dieser raumgreifenden neuen Arbeit von Victorine Müller wird erstmals die Tonebene als Element der Erzählung eingebunden. Vor Ort entsteht zu der Bilddramaturgie eine Soundcollage, welche die Elemente Licht, Videoprojektionen und die Luftskulptur eines schwebenden Baumes miteinander verbindet.

Veranstaltungen
Das Kunsthaus Zofingen ergänzt die Ausstellung mit einem Rahmenprogramm, das sich vertieft der Thematik widmet. Im Rahmen von «Film&Talk» zeigt es «BLOCH». In dieser filmischen Dokumentation nimmt das Künstlerduo Com&Com die Besucher*innen mit auf die Reise seines 2011 erworbenen Appenzeller Baumstammes. «BLOCH» ist ein inter- und multidisziplinäres Reise-Projekt, das zeitgenössische Kunst und Volkskultur verknüpft. In partizipativen und performativen Kunstaktionen und -produktionen wird das herkömmliche Verständnis von Tradition und Brauchtum, Festen und Prozessionen erweitert. Seit 2011 reist der Baumstamm um die Erde. Mit BEMANTELUNG wird Beat Breitenstein fast eine Woche vor Ort im Rosengarten an einem Baum arbeiten. Dieser erhält ein skulpturales Schutzkleid, das bis zu seinem Zerfall im Skulpturenpark im Rosengarten bleiben wird. Bei «Format EXTRA» treffen ein Wurzeltanz von Karin Minger auf die Performance «Timeline» mit dem Elefanten von Victorine Müller.

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