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Kunsthaus Glarus | Blumen in Vasen

Es ist ein programmatischer Auftakt der neuen Direktorin Melanie Ohnemus, sie zeigt rund 70 Gemälde von Blumensträussen von 1880 bis heute.

Der Blumenstrauss ist ein kuratiertes Stück Natur, im Alltag gegenwärtig, meist in einer Vase präsentiert. In der Malerei wird es erneut verfremdet, vom Menschen gesehen und gefangen. Die intuitiv gehängte, monothematische Ausstellung lässt die verschiedenen Blumensträusse in ihren Vasen unerwartet mit- und zueinander aufblühen. Ausgangspunkt von «Blumen in Vasen» ist eine Werkgruppe des Glarner Malers Gustav Schneeli (1872 bis 1944), begleitet von einer zeitgenössischen Soundinstallation.

Das Erbe von Gustav Schneeli ist in materieller wie immaterieller Weise für die Geschichte des Kunsthaus Glarus von grosser Bedeutung. Sein Nachlass befindet sich heute im Kunsthaus Glarus, das durch seine Unterstützung gebaut werden konnte. Schneelis zwölf Blumenstrauss-Gemälde wurden noch nicht sehr oft und teils noch nie im Kunsthaus Glarus gezeigt. Sie stehen exemplarisch für eine jahrhundertelange Auseinandersetzung von Künstler:innen mit einem Subgenre der Stillleben-Malerei. Sie bilden im Werk von Gustav Schneeli die einzige serielle Auseinandersetzung mit Stillleben- oder Interieur-Malerei.

Blumen in der Sammlung

Es ist ein überraschendes Ausstellungsprogramm, das die neue Direktorin des Glarner Kunsthauses, die aus Wien kommende Melanie Ohnemus, vorlegt. Im Februar eröffneten zeitgleich drei Ausstellungen, die thematisch ineinandergreifen und das gesamte Haus einnehmen. Die Idee für ihren Ausstellungsauftakt fand Ohnemus in der Sammlung des Kunsthauses Glarus und den Nachlässen des Glarner Kunstvereins. Einer der wichtigsten Glarner Maler und Mitstifter des Hauses ist Gustav Schneeli (1872 bis 1944). In seinem bedeutenden Nachlass ist der Kuratorin eine Werkgruppe von zwölf Bildern aufgefallen, in der sich alles um die Blume in der Vase dreht. Im Untergeschoss bilden diese Motive die Ausstellung «Sammlung: Gustav Schneeli» und dienen als Ausgangspunkt für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Sammlung. Kontrastierend dazu zeigt die zweite Ausstellung «Blumen in Vasen» etwa 70 Gemälde von Blumensträussen von 1880 bis heute. Hier folgt die Ausstellung keiner spezifisch klassischen kunsthistorischen Fragestellung oder Einordnung. Aus der Reduktion auf das einfache, banal anmutende Motiv lässt sich der Blick schärfen für das Medium der Malerei und auch für das Ausstellen als unangefochtene Repräsentationsbehauptung.

Sound und Installation

Ausser in Blumensträussen ist das Kunsthaus Glarus für diesen Ausstellungszyklus in den Sound von Romane Chabrol getaucht. Sie entwirft aus der kombinatorischen Handhabung elektronischer und akustischer Instrumente musikalische Kompositionen. Sie arbeitet mit Klangfragmenten von Klavier, Harmonium, Geige, Gitarre, Synthesizer, Computer, Aufnahmegerät. Die musikalische Struktur der Stücke ähnelt jenen breit angelegten, kontemplativen, aufrührenden Tendenzen eines Filmscores. Chabrol hat für das Kunsthaus Glarus eine neue Komposition erstellt, die in einer an der Architektur des Kunsthauses entlang gestalteten räumlichen Situation in einer Sound-Installation und bei mehreren Live-Konzerten hör- und erfahrbar ist. Die Ausstellung ist in enger Kooperation mit HEAD – Genève, Geneva University of Art and Design entstanden und ist Teil der Ausstellungsserie New Heads, die jährlich von HEAD – Genève durchgeführt wird.

Neue Sammlungseinblicke

Mit der Ausstellung «Sammlung: Gustav Schneeli» eröffnet eine Reihe von Einzelausstellungen im UG des Kunsthauses, die das Werk von Künstler:innen unterschiedlicher Generationen aus der Sammlung des Glarner Kunstvereins und den Sammlungen, die dem Kunsthaus als Dauerleihgabe anvertraut sind, vorstellt. Die Ausstellungen im UG wechseln jeweils im Halbjahres Turnus und die Ausstellungsräume werden permanent für die Präsentation der Sammlung genutzt. In dieser Serie von Sammlungsausstellungen geht es vornehmlich darum, das Werk der ausgewählten Künstler:innen genauer unter die Lupe zu nehmen. Es werden neben bekannten Werken auch solche zu sehen sein, die noch nie öffentlich gezeigt wurden. Diese vervollständigen somit das Gesamtbild des Werkes und ermöglichen es den Betrachter:innen die Techniken und Ideen der Künstler:innen besser zu studieren. Im Zeigen von Werkzyklen entstehen neue Zusammenhänge und ein neues Verständnis für das Betrachten von Kunst, sowie für die Historie der Sammlung selbst.

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