Die Schweizer Künstlerin widmet sich seit mehr als zwei Jahrzehnten Performance, Zeichnung, Skulptur und Installation im Innen- und Aussenraum. Ihre Werke entstehen überwiegend aus natürlichen Materialien und kreisen um Themen wie Körperlichkeit, Raum, Zeit und Vergänglichkeit. Charakteristisch für ihr Schaffen ist die enge Verbindung von Werk und Architektur.
Katja Schenker bringt versteinerte Säulen in Bewegung
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Mit ihrer Einzelausstellung eröffnet Katja Schenker die neuen Räumlichkeiten des Museum Haus Konstruktiv im Westteil des Löwenbräukunst-Areals.
Ortsspezifische Installation und Performance
Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Katja Schenker (*1968, St. Gallen) mit performativen Arbeiten, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen im Innen- und Aussenraum. Charakteristisch für ihr Schaffen ist die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen architektonischen Kontext. Für ihre Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv nutzt sie die acht massiven Pfeiler des Ausstellungsraums als Ausgangspunkt fü die titelgebende Performance «Caryatids Go for a Swim», die an der Vernissage uraufgeführt wird. In Anlehnung an die Karyatiden der antiken Architektur verlassen fünf Frauen ihre Positionen und werfen sich Schnurknäuel zu. Dabei entsteht nach und nach eine dichte, netzartige Struktur, die durch zwei Metallobjekte mit Kupferfedern geführt wird. Durch das Werfen, Spannen und Verformen verändern sich die Materialien kontinuierlich. Die Performance entfaltet ein dynamisches Wechselspiel von Bewegung und Gegenbewegung, Stabilität und Auflösung und thematisiert Prozesse der Transformation und des Zusammenwirkens.
Zeichnung als körperlicher Prozess
Die Auseinandersetzung mit Schwerkraft, Energie und Bewegung prägt auch Schenkers zeichnerisches Werk. Ein Grossteil der ausgestellten Arbeiten entstand eigens für die Präsentation im Museum Haus Konstruktiv. In den Serien «Volcano Street», «Jubilee Street» und «Red Is Not the Only Colour» wird der Körper selbst zum Werkzeug. Linien, Verdichtungen und Spuren machen den Entstehungsprozess sichtbar und verweisen auf die unmittelbare physische Präsenz der Künstlerin. Mit Ölsticks und Ölpastellkreide in verschiedenen Rottönen schafft Schenker Arbeiten von grosser Intensität, in denen Körperlichkeit, Energie und Emotio zusammenfinden.
Spannungsvolle Wechselspiele
Körper, Raum und Transformation Verbindungen zwischen den Zeichnungen und den Metallobjekten der Performance ergeben sich nicht zuletzt durch das Material Kupfer, das aufgrund seiner Wärmeleitfähigkeit mit Energie und Lebendigkeit assoziiert wird. Ergänzend zur Ausstellung sind in der Glasbox zwischen West- und Ostteil des Gebäudes fünf Videoarbeiten aus den Jahren 2011 bis 2026 zu sehen. Sie geben Einblick in Schenkers langjährige Beschäftigung mit Körper, Raum und Wahrnehmung. Im Zentrum steht dabei die Durchlässigkeit von Grenzen - zwischen Körper und Raum, Material und Bewegung, Stabilität und Veränderung. Ihre Werke erscheinen als offene Prozesse, in denen sich Präsenz und Vergänglichkeit gleichermassen einschreiben.
