Kunst
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Die kleinste Fotogalerie der Schweiz.

Fotoforum Zug

Mitten in Zug an der Bahnhofstrasse steht die kleinste Fotogalerie der Schweiz.

Hinter dem Fotoforum Zug verbirgt sich eine Gruppe von Fotograf:innen, die gemeinsam den grossen Traum vom eigenen Ausstellungsraum träumen. Doch noch steht die Finanzierung vor Ort nicht. Welches Potenzial ihr Projekt hat, stellen sie vorerst in einem Schaufenster unter Beweis. Die Fotostrecke «Crypto» von Patrick Hürlimann zeigt leere Büroräume, Aktenschränke und vergessene Kabel – banale Bilder, hinter denen aber einer der grössten internationalen Spionageskandale der letzten Jahre steckt.

Schaufenster als Fotogalerie
Das Foto Forum Zug ist ein Zusammenschluss von Fotograf:innen mit dem Ziel, die Fotografie als Kunstform zu fördern und ein Fotoforum in der Stadt Zug aufzubauen. Das Forum, eine Non-Profit-Organisation, hat sich das Ziel gesetzt, einen Ausstellungsraum, einen Vortragsraum und eine Fotobibliothek in der Stadt Zug zu etablieren. Ein Ort, um Fotografie zu sehen, darüber zu sprechen und sie ‹einzuatmen›! Seit zwei Jahren bespielt das Foto Forum kuratiert von Gary Soskin die «kleinste Fotogalerie der Schweiz» in einem Schaufenster an der Bahnhofstrasse 26 in Zug. Zu sehen waren bislang 14 Ausstellungen von Fotograf:innen aus der Region.

Vergangene Ausstellung,
Patrick Hürlimann | Was von der Crypto-Affäre bleibt

Der Firmensitz der ehemaligen Crypto AG in Steinhausen (ZG) produzierte jahrzehntelang Chiffriermaschinen. Der deutsche Auslandsnachrichtendienst BND und die US-amerikanische CIA kauften das Unternehmen 1970 heimlich auf. Sie veranlassten, dass vielen Staaten Maschinen mit einer schwächeren Verschlüsselung geliefert wurden, die von BND und CIA entschlüsselt werden konnten. Zuletzt war dort das Nachfolgeunternehmen Crypto International AG ansässig. Die Schweizer Firma stand im Zentrum einer mutmasslichen Spionageaffäre. Im Sommer 2020 wurde die Firma aufgrund eines Exportstopps des Bundes geschlossen. Seither ist das Firmengelände verlassen, noch sind aber letzte Spuren sichtbar. In wenigen Jahren soll das 1966 erbaute Fabrik- und Verwaltungsgebäude abgerissen werden; auf dem Areal sind rund 200 Wohnungen geplant. Mit seiner Bildreportage «Crypto» hat der Fotograf Patrick Hürlimann (*1975) im Frühling 2021 das verlassene Gebäude und Areal dokumentiert, bevor es endgültig verschwindet.

Aktuelle Ausstellung, Andreas Jones: «Vergessenes Licht»

Die Milchstrasse ist ein schöner Anblick, der uns auf unserem Planeten langsam aber sicher verloren geht. Wer sich aktiv auf die Suche nach einem dunklen Himmel in der Schweiz macht, wird mit einer harten Realität konfrontiert. Einen wirklich dunklen Himmel gibt es aufgrund der Lichtverschmutzung nicht mehr in unseren Hinterhöfen. Hoch oben in den Bergen, über dem Smog und abseits des Lichts der Städte, kann man die Staubspuren und hellen Bänder der Milchstrasse noch mit blossem Auge sehen. Hier finde ich eine Auszeit vom Alltag. In der Stille einer mondlosen Nacht, in der die einzigen Geräusche das gelegentliche Rascheln eines Tieres in den Büschen sind. Das ist der Moment, in dem die Zeit für Andreas Jones beginnt. Er beobachte in aller Ruhe die Sterne, die über die Bergkämme wandern und sich immer mehr der Komposition nähern, die er sich als Fotograf wünsche. Darauf beruht seine Serie «Vergessenes Licht».

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