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Grossangelegte Sonderausstellung: Europa auf Kur: Ernst Ludwig Kirchner, Thomas Mann und der Mythos Davos

Europa auf Kur | Ernst Ludwig Kirchner, Thomas Mann und der Mythos Davos

Wenn der Tod das Leben bringt!

Das Ausstellungsprojekt des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und dem Kirchner Museum in Davos ist an Aktualität nicht zu überbieten und wird wohl zu einer der wichtigsten Sonderausstellung Europas 2021. Es verdeutlicht in Zeiten einer weltweiten Krise, was europäische Kultur bedeutet und wie tragfähig sie in gesundheitlichen, politischen und wirtschaftlichen Krisen als verbindendes Fundament Europas ist.

Höchste Stadt Europas
Die Ausstellung ist unter der Leitung des Schweizer Kunsthistorikers Daniel Hess, seit dem 1. Juli 2019 Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, dem grössten kulturhistorischen Museums im deutschsprachigen Raum. Mit «Europa auf Kur: Ernst Ludwig Kirchner, Thomas Mann und der Mythos Davos» präsentiert er eine grossangelegte Sonderausstellung, die kaum brisanter sein könnte. Während heutzutage Corona wütet, waren es in der 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts Lungenkranke, die Davos zu einem Tal der Hoffnung machten und dem Bergdorf zu wirtschaftlicher Blüte verhalfen. Das auf mehr als 1500 Meter gelegene Dorf entwickelte sich zur höchsten Stadt Europas. Schriftsteller*innen, Künstler*innen und Sportler*innen sowie Unternehmer*innen und Ärzt*innen sorgten für einen ungeahnten Aufschwung. Nahezu 10’000 Einwohner*innen und mehr als 24’000 ständige Kurgäste lebten zur Blütezeit um 1930 in Davos, das auch zur jüdischen Sommerhauptstadt Europas wurde.

Vom Schriftsteller bis zur erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten
Erstmalig wird Davos als europäische Destination nun Thema eines so umfangreichen bilateralen Ausstellungsprojektes. Sieben Ausstellungskapitel ziehen Verbindungslinien zwischen Medizin­ und Kurgeschichte, Architektur und Wintersport, Kunst und Literatur, Philosophie und Politik. Als die Ausstellung konzipiert wurde, konnte niemand ahnen, dass ihr im Zuge der Corona-Pandemie eine weitere Dimension zukommen würde. Sie schafft eine Brücke von der Krise zur Kultur.
In Davos traf sich, was Rang und Namen hatte: Ernst Ludwig Kirchner, Katia und Thomas Mann, Arthur Conan Doyle, der Erfinder von Sherlock Holmes, aber auch Robert Louis Stevenson, Albert Einstein oder Sonja Henie, die erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten. Sie alle waren Hauptakteure in Davos und machten den Ort zum Gravitationszentrum der europäischen Kulturgeschichte. Die Ausstellung erzählt ihre Geschichten – die tragischen, wie die erfolgreichen.

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