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Aargauer Kunsthaus | Dieter Roth

Dieter Roth war einer der grossen Universalkünstler des 20. Jahrhunderts, die Selbsterfahrung das zentrale Thema seiner Arbeit.

Er war Grafiker, hat Möbel entworfen, gemalt, gezeichnet, Plastiken und raumgreifende Installationen gemacht, mit allen möglichen Materialien gearbeitet. Er war als Dichter, Musiker und Verleger tätig, hat gefilmt, fotografiert und gesammelt. In mannigfacher Weise kreist sein Schaffen um das Selbst. Zuweilen ironisch, oft auch unerbittlich, befragt Dieter Roth mit bildnerischen Mitteln, aber auch in Tagebüchern und autobiografischen Texten, sich und sein Tun, seine künstlerische Arbeit.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Dirk Dobke und der Dieter Roth-Foundation organisiert und wird im Anschluss im Museum der Moderne Salzburg gezeigt.

Selbst in eine Reihe von SELBSTE aufgesplittert
Die Ausstellung im Aargauer Kunsthaus ist retrospektiv angelegt und umfasst das ganze Spektrum der Medien, derer sich Dieter Roth bediente. Die Ausstellung setzt mit frühen Zeichnungen ein. Sie hat einen ersten Höhepunkt in den Schokoladebüsten der späten 1960er Jahre, in denen der Künstler sein eigenes Bild als «Vogelfutterbüste» dem Verfall aussetzt. In den Folgejahren hat er in der umfangreichen Werkgruppe «Selbstbildnis als …» das eine Selbst in eine unendliche Reihe verschiedener «Selbste» aufgesplittert und damit die Heroisierung des Individuums weiter in Frage gestellt.

Autobiographische Aufzeichnungen auf Video
Mit seinem zunehmenden Interesse, die Lebensereignisse in künstlerischer Form festzuhalten, bekommen seine Tagebücher im Spätwerk grosse Bedeutung. Die Ausstellung mündet im grossen Panoptikum der 128-teiligen Videoinstallation Solo Szenen von 1997 – 98, in der die autobiographischen Beobachtungen und Reflexionen in einer rückhaltlosen Darstellung der eigenen Person und des eigenen Lebens kulminieren.
Damit hat Dieter Roth die Selbstbefragung zu seinem wichtigsten Thema gemacht. Die Kompromisslosigkeit, mit der er die eigene Person ins Zentrum seines Werkes stellt und sie gleichzeitig mit allen Mitteln dekonstruiert, ist einzigartig

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