Seit 1996 ist das Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich eine feste Grösse im Schweizer Kunstbetrieb. Wie kaum ein anderes Haus dieser Qualität ist es kostenlos zugänglich, diskursiv ausgerichtet und gesellschaftlich engagiert. Zum 30-Jahr-Jubiläum 2026 richtet das Museum den Blick nicht nostalgisch zurück, sondern nach vorne: auf Solidarität, Selbstermächtigung und neue Formen der Verständigung.
30 Jahre Migros Museum für Gegenwartskunst: Solidarität als Programm
- Publiziert am 18. Februar 2026
Das kostenlos zugängliche Museum feiert sein 30-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsjahr, das Zusammenhalt über Polarisierung stellt.
Kostenlose Formate für echte Teilhabe
Zum Jubiläum baut das Museum seine kostenlosen Vermittlungsangebote weiter aus. Dazu gehören u.a.:
- «Resonance Journey» – Bewegungs- und Stimmübungen im Dialog mit aktuellen Ausstellungen, die einen körperlich-sinnlichen Zugang zur Kunst eröffnen.
- «Art Friday» – Kreativangebote für Menschen mit Fluchterfahrung, die Raum für Austausch und Ausdruck schaffen.
- «Art & Healing Workshops» – kunsttherapeutische Formate für Menschen mit psychischen Belastungen, die künstlerische Prozesse als Ressource erfahrbar machen.
Spannendes Jahresprogramm 2026
- 7. Februar 2026 bis 25. Mai 2026: Disobedience Archive
- 13. Juni 2026 bis 6. September 2026: Mohamed Bourouissa
- 26. September 2026 bis 17. Januar 2027: Sammlungsdialog Sylvie Fleury & Shamiran Istifan
- 26. September 2026 bis 17. Januar 2027: Nicole L'Huillier
Kunst als sozialer Raum
Im Zentrum des Jubiläumsjahres stehen Ausstellungen, die Polarisierung und Vereinzelung hinterfragen. Statt das autonome Genie zu feiern, rückt das Museum kollektive Prozesse in den Fokus. Selbstermächtigung wird hier als gemeinschaftlicher Akt gedacht – als etwas, das im Austausch entsteht. Die gezeigten Positionen verhandeln Fragen von Zugehörigkeit, Teilhabe und gesellschaftlicher Verantwortung. Wie gelingt Dialog über soziale, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg? Und welche Rolle kann Kunst dabei spielen? Das Migros Museum versteht sich dabei als Plattform, nicht als Kanzel
Co-Leitung als Haltung
Dass das Haus von einer fünfköpfigen Co-Leitung getragen wird, ist mehr als ein organisatorisches Detail. Das Modell steht exemplarisch für eine Struktur, die Vielfalt nicht nur thematisiert, sondern lebt. Entscheidungen werden geteilt, Perspektiven gebündelt, Diskurse gemeinsam entwickelt. Im Austausch mit Besucher:innen sowie Kunst- und Kulturschaffenden entsteht ein Museum, das Beteiligung ernst nimmt – nicht als Schlagwort, sondern als Praxis. Das Jubiläumsjahr 2026 zeigt ein Haus, das gesellschaftliche Spannungen nicht ausblendet, sondern produktiv macht – und das Kunst als Möglichkeit versteht, Differenzen auszuhalten und Dialog zu ermöglichen.
