
Das filmische Schaffen von Anka Schmid
Die Schweizer Dokumentarfilmerin Anka Schmid gehört seit Jahren zu den eigenständigsten Stimmen des hiesigen Autor:innenkinos. Ihre Filme kreisen um Menschen, die ihren eigenen Weg suchen – oft abseits gesellschaftlicher Normen, immer mit grosser Nähe und Respekt erzählt. Schmid interessiert sich weniger für das Spektakuläre als für innere Prozesse, Brüche und leise Verschiebungen im Leben ihrer Protagonist:innen.
Bekannt wurde sie mit Filmen wie «ANGRY MONK – REFLECTIONS ON TIBET», «BIRD’S EYE VIEW» oder «NEPAL FOREVER», in denen sie politische, kulturelle und persönliche Fragen miteinander verwebt. Später rückten vermehrt individuelle Lebensgeschichten ins Zentrum, etwa in «CLEANING THE HOUSE» oder «CHRIS THE SWISS» (als Produzentin), wo Identität, Herkunft und Verantwortung neu verhandelt werden.
Charakteristisch für Anka Schmids Werk ist ihr grosses Vertrauen in die Kraft der Beobachtung. Ihre Filme drängen sich nicht auf, sie hören zu. Sie lassen Zeit, Widersprüche und Ambivalenzen zu – und eröffnen gerade dadurch Räume für Empathie und Reflexion. MELODY fügt sich konsequent in dieses Schaffen ein: als weiterer Film über Selbstbehauptung, Verletzlichkeit und die Frage, wie Menschen durch Ausdruck – sei es politisch, kulturell oder künstlerisch – zu sich selbst finden.

