Bereits zum dritten Mal zeigt das Festival während fünf Tagen rund zwanzig Filme, die aktuelle Menschenrechtsthemen erforschen und Personen ins Zentrum stellen, die gegen den Strom der gesellschaftlichen Normen schwimmen. «Die Protagonisten lassen uns Erlebnisse nachempfinden, die packen, wachrütteln und den Glauben stärken, dass mit genügend Hartnäckigkeit, Veränderungen erzielt werden können», so Festivaldirektorin Sascha Lara Bleuler.
Human Rights Filmfestival Zürich | Filme für die Menschlichkeit
Das Human Rights Filmfestival will wachrütteln und zu gesellschaftlicher Verantwortung aufrufen.
Seine politische Verantwortung wahrnehmen
Sascha Lara Bleuler hält fest, dass die in den Festivalfilmen vorkommenden Protagonisten alles einfache Bürger sind, «die ihre politische Verantwortung wahrnehmen und selbst unter Lebensgefahr ihre Überzeugung nicht aufgeben.» So kritisiert in «TICKLING GIANTS» der Arzt Bassem Youssef in Ägypten mittels einer Satire-Sendung die Unterdrückung und Diskriminierung des Regimes. In «THE POETESS» trägt die saudi-arabische Hissa Hilal in einer Realityshow ihre feministischen Gedichte vor, in «DISTURBING THE PEACE» kämpfen Palästinensische und Israelische Bürger gegen die Besatzung, und in «FAVELA OLÍMPICA» wehren sich die Bewohner*innen der Favela de Vila Autódromo gegen die Räumung ihres Viertels. Die Protagonisten sind zum Teil am Festival anwesend und werden nach den Filmvorführungen Fragen des Publikums beantworten, was die Möglichkeit bietet, das Gesehene zu vertiefen.
Tag der Menschenrechte
Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte präsentiert das Festival zusammen mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA den Dokumentarfilm «DEVIL’S FREEDOM» (siehe Trailer) in Anwesenheit des mexikanischen Filmemachers Everárdo Gonzalez. Die Zeugen sprechen durch Stoffmasken anonymisiert über den Teufelskreis von Gewalt, der Opfer wie Täter geisselt. Der formal radikale Ansatz des Films, der nur Interviews verwendet, zeichnet eine von Verunsicherung geprägte Gesellschaft, in der die Spielregeln unter Androhung des Todes durchgesetzt werden.
Strukturelle Diskriminierung
Die Wahlergebnisse in Europa und in den USA zeigen einen besorgniserregenden Rechtsrutsch. Die Filme der 3. Ausgabe illustrieren den strukturellen Rassismus, sowie die bedenkliche Legitimation von Polizeigewalt und Fremdenfeindlichkeit. «FOR AKHEEM» begleitet die 17jährige Daje durch ihren von Stigmatisierung geprägten Alltag und macht erfahrbar, was es heisst, in Amerika jung und schwarz zu sein. Der griechische Spielfilm «AMERIKA SQUARE» zeigt das gefährliche Ausmass, welches rassistische Hassaktionen annehmen können. Die Filmauswahl erzählt auch von Menschen auf der Flucht, die sich in existentiellen Zwischenwelten befinden. In einem Vakuum gefangen, sind sie auf den Aktivismus und den Widerstand der Aussenwelt angewiesen. Denn um Riesen zu kitzeln, müssen erst die Hände frei sein.