Im Dezember findet die sechste Ausgabe des Human Rights Film Festival Zurich (HRFF Zurich) im Kosmos statt – mit einer Begrenzung von 50 Zuschauer*innen pro Kinosaal und mit einem erprobten Schutzkonzept. Ein sicherer Wert in unsicheren Zeiten, die umso mehr danach verlangen, den Krisen dieser Welt entschlossen entgegenzutreten.
Human Rights Film Festival Zurich
«Das Human Rights Film Festival Zurich betrachtet das Weltgeschehen kritisch und stösst Debatten an. Dafür brauchet es sein Publikum, das sich von einem sorgfältig kuratierten Programm inspirieren lässt und Veränderung herbeiführen möchte. Auch, oder gerade in diesem schwierigen Jahr», betont Sascha Lara Bleuler, Direktorin des HRFF Zurich. Wir freuen uns auf Sie: solidarisch, maskiert, mit Abstand und stets kämpferisch!
Ungleichheit sichtbar machen
«Angesichts der Tatsache, dass die Pandemie Ungleichheiten und Verletzlichkeiten in unserer Gesellschaft sichtbarer denn je gemacht hat, ist es umso erstaunlicher, dass das gemeinsame Verständnis darüber, was als Wirklichkeit begriffen werden kann, noch brüchiger geworden ist, als es vielleicht vor Corona schon war.», schreibt Katharina Morawek, Präsidentin des HRFF Zurich in ihrem diesjährigen Editorial. 21 Filme, die diese vielfältigen Realitäten und die damit verbundenen globalen Zusammenhänge begreifbar machen, hat das HRFF Zurich 2020 im Programm. Mit Filmen und Debatten gibt das Festival seinem Publikum ein Instrument an die Hand, um der allgemeinen Schockstarre zu entfliehen, um Klarheit zu schaffen und zu handeln. Um diesen Begegnungsort zu ermöglichen, ist es wichtig, dass das HRFF Zurich physisch stattfinden kann. Das Partnerfestival FIFDH in Genf war im März eines der ersten Opfer der Pandemie und musste kurzfristig abgesagt werden. Das Human Rights Film Festival Zurich gibt deshalb mehreren Filmen aus dem Genfer Programm 2020 Kino-Asyl und freut sich, als Closing Film den iranischen Spielfilm «Yalda» gemeinsam vorzustellen.
Grenzen hinterfragen
Gerade wenn viele von einem unsichtbaren Virus gezwungen werden, ihren Bewegungsradius einzuschränken, wird das Konzept der Grenze plötzlich real. Einmal mehr wird deutlich, warum Konflikte sich immer wieder an oder wegen diesem Konstrukt entzünden. Am 3. Dezember eröffnen wir das Festival mit «Cat In The Wall», einer filmische Sozialstudie aus dem Arbeitermilieu in England, wo der Brexit vor der Tür steht. «Los Lobos» gibt Einblick in die anhaltende Migrationskrise an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Und mit Milo Raus «Das Neue Evangelium» wird klar, unter welchen Bedingungen Menschen, die sich in Europa das Paradies erträumt hatten, leben und arbeiten müssen.
Ungleichheit bekämpfen
Ungleichheit existiert nicht nur zwischen der Schweiz und «den Anderen», sondern auch innerhalb unserer hiesigen Gesellschaft oder zwischen Mensch und Tier. So blicken wir im Anschluss an «Acasa, My Home» in Kooperation mit Tsüri.ch in die Kristallkugel und fragen: Wer hat in Zukunft noch Platz in unserer Stadt? Und «Soya The Cow», die erste sex-positive, feministische, vegane Drag-Kuh der Welt rüttelt in ihrer Performance am Selbstbild, welches den Menschen stets ins Zentrum stellt.