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Zürcher Festspiele | Die Banditen

Das Neumarkt Theater eröffnet die Zürcher Festspiele mit Offenbachs Opéra-bouffe. Sie handelt vom Sein im Schein, einem Spiel mit den dauernd wechselnden Identitäten. Sebastian Baumgartens revueartige Inszenierung unterstreicht dieses schillernde Spiel um Lug und Trug.

Diese Operetten-Räuber sind sehr kultiviert und nicht wirklich böse, sie verkleiden sich gerne und wechseln ihr Outfit kollektiv und in atemberaubendem Tempo, um ihre Opfer zu täuschen. Auch wenn ihre gross geplanten Verbrechen entweder nichts einbringen oder sich als überflüssig erweisen: Räuber sind einfach nur nette Menschen, die ihrer Arbeit nachgehen. Die wirklichen Räuber, das ist die nicht sehr überraschende Quintessenz, sind die Mitglieder der Regierung und deren Hintermänner und Speichellecker. Und die Raubzüge dieser Räuber sind legal, sie leben in der Privatwirtschaft und von der Bankenkrise, schon damals.

Diese Operette zielt auf die Legalität des Verbrechens. Der Titel bezieht sich auf die legal Bösen und nicht auf die illegal Guten. Und das verweist schon auf die Sprachverwirrung, auf das ungeheure Durcheinander und die gemeinsame Parole der Guten wie der Bösen: Wo wir sind, klappt nichts, aber wir können nicht überall sein. Nur die gute böse Räubertochter bekommt am Ende den Richtigen ab. Nur wenn das Legale verbrecherisch ist und das Böse gut, ist der Richtige ja wohl der Falsche. Und der Räuberhauptmann wird am Ende Polizeipräsident. Da bleibt nur die Musik, in der sich, je schöner sie ist und je seichter, alle Widersprüche auflösen. Muss Operette so funktionieren?

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