Tanz
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Trailer des National Ballet of Canada © zu Angels' Atlas von Crystal Pite

Wie herrlich ist es doch, diesen jungen Tänzer:innen zuzusehen

Das Zürcher Ballett und das Junior Ballett bieten einen dreiteiligen Abend mit Choreografien von Crystal Pite und Marco Goecke

Crystal Pite zählt zu den gefragtesten Choreografinnen unserer Zeit. Im kanadischen Vancouver leitet sie ihre eigene Formation «Kidd Pivot» und ist heute regelmässig bei den renommiertesten Compagnien der Welt zu Gast. Marco Goecke leitet das Ballett am Staatstheater Hannover. «Emergence» und «Angels’ Atlas» von Crystal Pite und «Almost Blue» von Marco Goecke sind ab dem 18. Februar 2023 als Wiederaufnahme im Opernhaus Zürich zu sehen.

Angels’ Atlas

Als Koproduktion des National Ballet of Canada mit dem Ballett Zürich ist Crystal Pites Stück Angels’ Atlas entstanden. Darin widmet sich Crystal Pite der Verbindung von Licht und Tanz: Wie die Choreografie ist auch die Bewegung des Lichts quecksilbrig und flüchtig, doch – so die Choreografin – «mit dem Tanz können wir der eigenen Vergänglichkeit etwas entgegensetzen». Jay Gower Taylor und Tom Visser haben für das Bühnenbild von Angels’ Atlas in Zürich ein ausgeklügeltes System zur Steuerung reflektierten Lichts entwickelt. Auf einer Projektionsfläche kreiert es komplexe, malerische Bilder und erzeugt eine verblüffende Illusion von Tiefe und Natürlichkeit. Am Beginn des dreiteiligen Abends steht Crystal Pites in seiner kollektiven Wucht überwältigendes Stück Emergence, das 2018 in Zürich Premiere feierte. Dafür hat sich die Choreografin vom Kollektivverhalten der Bienen inspirieren lassen und deren Schwarmintelligenz als Modell auf die Kreativität einer Ballettcompagnie übertragen. Tatsächlich scheinen sich die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts Zürich in ein Volk von Insekten zu verwandeln.
Einen spannenden Kontrast zu Crystal Pite bietet Marco Goeckes Stück Almost Blue. Auf der Basis des klassischen Balletts hat der deutsche Choreograf eine unverwechselbare Bewegungssprache entwickelt, die einem – in ihrer Verbindung aus Nervosität und Raserei – immer wieder auch das Albtraumhafte des Tanzes bewusst macht. In Almost Blue verarbeitet Marco Goecke seinen schmerzlichen Abschied vom Stuttgarter Ballett, dem er bis 2018 als Hauschoreograf verbunden war. Mittlerweile leitet er sehr erfolgreich das Ballett am Staatstheater Hannover. Zu emotionalen Songs der Blues- und Gospellegende Etta James sowie des US-amerikanischen Sängers Antony Hegarty wird das Stück zu einer aufwühlenden Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Vergänglichkeit.

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