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Theater Marie | Zersplittert

Überarbeitung, Multitasking, Entfremdung – Alexandra Badeas Stück erzählt von vier Menschen, die in der globalen Fertigungskette eines internationalen Produktes arbeiten. Eine aktuelle Thematik, die letztlich uns alle angeht – als Menschen, als Arbeitende, als Konsumenten.

Glieder einer Produktionskette
Vier Arbeitsrealitäten, vier Leben, vier Länder. Eine Fertigungskraft aus Shanghai, ein Teamleiter eines Kunden-Centers in Dakar, eine Versuchs- und Entwicklungsingenieurin aus Bukarest und ein Leiter Qualitätsmanagement aus Lyon erzählen von ihren Arbeitsrealitäten und vom drohenden Verlust ihres Privatlebens mit seinen Träumen und Sehnsüchten. Das Stück porträtiert vier Menschen, die Glieder derselben Produktionskette sind. Sie wissen wenig voneinander und doch sind sie verbunden. Alle vier sehnen sich nach menschlicher Wärme und einem Ort der Erholung und Ruhe, drohen aber in kalten Arbeitswelten unterzugehen.

Zusammenspiel
Mit dieser Inszenierung erweitert Theater Marie seinen Pool an freischaffenden Schauspielerinnen und Schauspielern. Mit allen vier Ensemblemitgliedern von «Zersplittert» arbeitet Theater Marie zum ersten Mal. Die vier entwickeln als Kollektiv auf der Bühne eine eigene Atmosphäre und Kraft, die vielmehr im Zusammenspiel als in der Identifizierung mit den Figuren des Stücks fusst. Sie berichten von Zersplitterung, davon, dass sich das Leben niemals als Einheit anfühlt, und von der Wiederholbarkeit einzigartiger Erfahrungen.

Kampf gegen Verbitterung
Die Globalisierung ist eine Sache, die sich selber nicht fassen lässt. Sie besteht aus ganz vielen Erzählungen. Diese Erzählungen bleiben im Text einer rumänisch-französischen Autorin immer eine Behauptung. Sie sind es aber, die uns näher an fremde Welten bringen. Die Inszenierung stellt eine Balance zwischen Einsamkeit und kollektiven Aktionen her. Wir lernen vier Menschen kennen, die gegen Verbitterung kämpfen. Sie sind alle in ihrer Weise wurzellos. Zwischen ihrer Arbeit und ihrem Lebensgefühl klafft eine Spalte der Entfremdung. Diese Wunde schmerzt. Das Stück liest sich aber als Suche nach Liebe, nach Wärme, nach Sinnhaftigkeit. Keiner der vier Protagonisten hat aufgegeben. Sie kämpfen gegen den Druck an und streben nach einem harmonischeren Leben.

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