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Theater Basel | Médée

Eine zwei Jahrtausend alte, furchtlos in Abgründe der menschlichen Seele blickende Tragödie. Was kann ein Mensch alles aufgeben, was kann ihm alles genommen werden, bevor er gnadenlos um sich schlägt?

Dem Wahnsinn verfallen
Medea ist eine der schillerndsten und komplexesten Frauenfiguren der Weltliteratur. Immer wieder hat sie Künstler zur Aus­ein­andersetzung inspiriert. Auch Marc-Antoine Charpentier und der Librettist Thomas Corneille, Bruder des berühmten Pierre Corneille, haben sich ihr zugewandt und 1693 für Paris und König Ludwig XIV ihre eigene «Médée» geschrieben. Sie erzählen, wie Medea mit Jason und ihren Kindern in Korinth lebt und sich des Liebesverrats ihres Gatten zusehends bewusst wird. Als sie Gewissheit da­rüber erlangt, dass Jason die Königstochter Kreusa heiraten und sie selbst in Verbannung geschickt werden soll, schwört sie, sich aufs Bitterste zu rächen.

Überaus vielschichtige Persönlichkeit
Charpentiers «Tragédie en musique» zeichnet psychologisch genaue und ergreifende Portraits der Protagonisten. In überaus farbiger Instrumentierung und in einer stark sich auf das Wort stützenden Gesangsführung lässt der Komponist uns tief in die Gefühlswirren seiner Figuren hineinblicken. Seine Medea ist eine stolze, starke und überaus vielschichtige Persönlichkeit, die sich lange sträubt, Schlechtes von ihrem Gatten zu glauben, bevor sie, zutiefst gekränkt, sich zur Rache entschliesst.

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